VONOVIA
Vonovia streicht 300 Millionen – und rechnet trotzdem mit höheren Mieten
Deutschlands größter privater Vermieter spart beim Neubau und erwartet im vergleichbaren Bestand trotzdem bis zu 4,5 Prozent mehr Miete.

Der Wohnungsriese Vonovia tritt kräftig auf die Bremse. Für 2028 will Deutschlands größter privater Vermieter nur noch rund 1,7 Milliarden Euro investieren. Geplant waren bisher zwei Milliarden. Das sind 300 Millionen Euro weniger, ein Minus von 15 Prozent. Schon in diesem Jahr sinkt die Summe von 1,4 auf 1,3 Milliarden Euro. Für 2027 nennt der Dax-Konzern erstmals rund 1,5 Milliarden Euro.
Neubau bricht ein
Am härtesten trifft es den Neubau. Vonovia will weniger Wohnungen bauen, die der Konzern selbst entwickelt und danach behält. Schon jetzt geht es steil bergab: Im ersten Halbjahr 2026 entstanden nur 84 solcher Wohnungen für den eigenen Bestand. Ein Jahr zuvor waren es noch 335. Ein Einbruch um fast drei Viertel.
Vorerst gestoppt werden auch neue Investitionen im Programm „Manage-to-Green“. Dabei kauft Vonovia energetisch schlechte Häuser, saniert sie und verkauft sie weiter. In die Sanierung der eigenen Mietwohnungen will der Konzern nach eigener Aussage weiter Geld stecken.
Mieten sollen weiter steigen
Bei den Mieten erwartet Vonovia dagegen weiter ein Plus. Im vergleichbaren Bestand sollen sie in diesem Jahr im Schnitt um 3,8 Prozent zulegen, 2027 um 4 Prozent und 2028 um 4,5 Prozent. Für 2028 hatte der Konzern zuerst sogar 5 Prozent eingeplant. Nicht jede Miete steigt so stark: In die Zahlen fließen auch Modernisierungen und Neubauten ein.
Teures Geld
Als Grund nennt Vonovia die höheren Finanzierungskosten. Seit der Eskalation im Nahen Osten seien die Renditen für achtjährige Unternehmensanleihen um rund 1,4 Prozentpunkte gestiegen. Frisches Kapital wird teurer, Käufer tun sich schwerer. Das bereinigte Vorsteuerergebnis der ersten neun Monate sank von 1,46 auf 1,41 Milliarden Euro.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








