KI-BOOM
Alphabet rutscht ins Minus, Microsoft kassiert ab: KI-Boom spaltet die Tech-Riesen
Beide Konzerne pumpen Milliarden in KI-Rechenzentren, doch nur Microsoft liefert – bei Alphabet schrumpft der Börsenwert zeitweise um über 400 Milliarden Dollar.

Gleiches Rezept, völlig anderes Ergebnis: Microsoft und die Google-Mutter Alphabet stecken Milliarden in neue Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Doch nur einer der beiden US-Riesen macht damit gerade richtig Kasse.
Microsoft übertrifft die Erwartungen
Microsoft holte im Quartal einen Free Cash Flow von 18,6 Milliarden Dollar. Das ist doppelt so viel wie erwartet. Die Cloud-Sparte Azure wuchs um 48 Prozent, nach 43 Prozent im Quartal davor. Nach Börsenschluss am Mittwoch legte die Aktie um 3,5 Prozent zu.
Investiert wurden 45,2 Milliarden Dollar, rund fünf Milliarden weniger als geplant. Grund laut Konzern: vor allem Lieferverzögerungen. Konzernchef Satya Nadella setzt zudem auf günstigere KI-Modelle, weil vielen Firmenkunden die KI-Kosten davonlaufen.
Alphabet tief in den roten Zahlen
Google Cloud verdoppelte zwar den Umsatz. Doch der negative Free Cash Flow wuchs auf rund neun Milliarden Dollar, etwa 250-mal so viel wie von Analysten erwartet. Operativ stand ein Minus von 7,66 Milliarden Dollar. Schwache Werbeeinnahmen drückten den Umsatz.
Die Aktie sackte nachbörslich zeitweise um mehr als zehn Prozent ab. Über 400 Milliarden Dollar Börsenwert waren weg. Bis zu 205 Milliarden Dollar will Alphabet 2026 in KI-Infrastruktur stecken. Nächstes Jahr wird es nach Einschätzung der Finanzchefin voraussichtlich deutlich teurer.
Anleger werden nervös
An der Börse wächst die Angst vor hohen Abschreibungen: Experten erwarten, dass die neuen Anlagen noch lange kein Geld verdienen. Die Prämien für Absicherungen gegen Zahlungsausfälle der Tech-Riesen kletterten zuletzt teils auf Rekordhöhe.
Amazon, Alphabet, Meta und Oracle haben seit Jahresbeginn Anleihen über deutlich mehr als 200 Milliarden Dollar ausgegeben. Meta plant zudem neue Aktien für knapp 100 Milliarden Dollar, eine erste Tranche über 37,5 Milliarden ging am Dienstag raus.
Sie wollen wissen, wohin das große Geld fließt? Abonnieren Sie den KLARTEXT-Newsletter: täglich, unabhängig, ohne Rundfunkbeitrag.
Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








