WERKSTATT-SCHOCK
Werkstatt-Wahnsinn: Autoreparatur kostet jetzt im Schnitt 4.600 Euro
Eine durchschnittliche Autoreparatur ist in zehn Jahren um rund 70 Prozent teurer geworden, und die Versicherer erhöhen deshalb regelmäßig die Beiträge.

Wer mit dem Auto in die Werkstatt muss, zahlt kräftig drauf. Eine durchschnittliche Autoreparatur kostet in Deutschland inzwischen rund 4.600 Euro. Das sind etwa 70 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Die Zahlen hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin vorgelegt.
Teile und Löhne treiben die Preise
Zwei Kostentreiber wirken zugleich: Ersatzteile und Werkstattlöhne sind beide überdurchschnittlich teurer geworden. Laut einer Auswertung des Verbands aus dem Vorjahr legten allein die Ersatzteile im Schnitt um knapp sechs Prozent zu. Bei Vordertüren und Motorhauben war der Sprung sogar noch größer.
Versicherer am Limit
Für die Kfz-Versicherer wird das richtig teuer. Ihre Zahlungen für Reparaturen und andere Leistungen sollen in diesem Jahr um gut zehn Prozent auf 35 Milliarden Euro steigen. Laut GDV schrammt die Branche operativ nur knapp an roten Zahlen vorbei.
Von 100 Euro Einnahmen bleibt voraussichtlich gerade ein Euro übrig. GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen erklärt, die Schadenkosten wüchsen deutlich schneller als die Beiträge.
Teurer trotz unfallfrei
Die Folge: Die Versicherer drehen regelmäßig an der Preisschraube. Das kann auch Fahrer treffen, die keinen einzigen Unfall gebaut haben. Denn in den Beitrag fließen auch die Schäden aller Kunden und die Region ein.
Ein Lichtblick: Bei günstigen Online-Anbietern kosten Neuverträge nach Angaben eines Vergleichsportals derzeit weniger als vor einem Jahr. Kfz-Verträge laufen meist bis zum 31. Dezember. Bei einem Monat Kündigungsfrist ist dann der 30. November der letzte Termin.
Ein Vergleich könnte sich lohnen. Wer mehrere Verträge beim selben Versicherer hat, sollte aber genau hinschauen: Für solche Kombinationen gibt es meist einen Bonus.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.






