SCHULDENBERG
Städte und Gemeinden: Fast 380 Milliarden Euro Schulden
Die Schulden der deutschen Kommunen sind 2025 um rund zehn Prozent gestiegen, pro Kopf sind es jetzt 4.907 Euro.

Deutschlands Städte und Gemeinden rutschen immer tiefer ins Minus. Ende 2025 lag der gesamte kommunale Schuldenberg bei fast 380 Milliarden Euro. Das meldet das Statistische Bundesamt. Gegenüber dem Jahresbeginn ist das ein Plus von rund zehn Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 6,3 Prozent.
Umgerechnet kommen damit auf jeden Einwohner 4.907 Euro kommunale Schulden. Mitgezählt sind Kernhaushalte, Extrahaushalte und sonstige öffentliche Fonds.
Kernhaushalte treiben die Zahlen
Nach Angaben der Statistiker wuchsen die Schulden vor allem in den Kern- und Extrahaushalten, und zwar um jeweils etwa 15 Prozent. Diese Haushalte schrieben zum zweiten Mal hintereinander ein Rekorddefizit. Bei Beteiligungen an Fonds, Einrichtungen und Unternehmen ging es nur um 4,5 Prozent nach oben.
Hessen ganz vorn
Spitzenreiter ist Hessen. Dort kommen auf jeden Einwohner knapp 7.000 Euro, ein Plus von 7,4 Prozent. Das Saarland, Ende 2023 noch auf Platz eins, folgt mit über 6.400 Euro. Am wenigsten stehen die Kommunen in Brandenburg (knapp 3.000 Euro), Sachsen (über 3.300 Euro) und Thüringen (knapp 3.700 Euro) in der Kreide.
Den kräftigsten Zuwachs gab es in Niedersachsen mit 13,3 Prozent. Dahinter folgen Baden-Württemberg (13,1), Schleswig-Holstein (11,5) und Bayern (11,1). In Rheinland-Pfalz stiegen die Schulden um 8,3 Prozent. Im Jahr davor waren sie dort noch um mehr als zehn Prozent gesunken. 2025 übernahm das Land über sein Entschuldungsprogramm nur noch wenige Liquiditätskredite der Kommunen.
Am geringsten fiel der Anstieg im Saarland (2,3 Prozent) und in Thüringen (2,9 Prozent) aus. Im Saarland übernimmt das Land über den Saarlandpakt weiter Kassenkredite der Kommunen. Thüringen ist das einzige Bundesland, in dem die Schulden der Kernhaushalte gesunken sind, und zwar um 5,3 Prozent.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








