INVESTITIONSSTOPP
Wegen Berliner Enteignungsplänen: Wohnungsriese Heimstaden stoppt Investitionen in Deutschland
Der schwedische Konzern Heimstaden Bostad steckt wegen der Berliner Vergesellschaftungspläne vorerst kein neues Geld mehr nach Deutschland.

Paukenschlag aus Stockholm: Der schwedische Wohnungsriese Heimstaden Bostad legt neue Investitionen in Deutschland vorerst auf Eis. Auslöser sind die Pläne von SPD, Grünen und Linken in Berlin, große private Wohnungsbestände in Staatshand zu überführen.
Konzernchef Christian Fladeland macht klar: Solange diese Pläne nicht vom Tisch sind, fließt kein neues Geld. Mit solchen Gesetzen könne man in Deutschland nicht investieren, findet er. Zwar gehe es um Berlin, doch das verändere den Blick ausländischer Investoren auf das Risiko im ganzen Land.
Milliarden auf dem Spiel
Heimstaden gehören in der Hauptstadt rund 20.000 Wohnungen im Wert von etwa fünf Milliarden Euro. Nach den Plänen müssten Unternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen alle weiteren an den Staat abgeben. Für Heimstaden wären das etwa 10.000 Wohnungen. Den möglichen Verlust beziffert Fladeland auf rund eine Milliarde Euro.
Der Zeitplan: 2028 soll das Vergesellschaftungsgesetz kommen, ein Jahr später sollen die Übernahmen beginnen. Dass es wirklich so weit kommt, hält Fladeland für sehr unwahrscheinlich. Er rechnet damit, dass die Pläne vor Gericht scheitern könnten. Trotzdem bremse die Unsicherheit schon heute. Er fordert, die Pläne auf Bundesebene zu stoppen.
Dobrindt will Hürden erhöhen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will Verstaatlichungen erschweren. Ein Land soll nachweisen müssen, dass es alle anderen Wege ausgeschöpft hat. Für die Entschädigung soll der Verkehrswert entscheidend sein.
Fladeland glaubt, dass andere Investoren dem Beispiel folgen. Statt neue Wohnungen zu schaffen, schrecke Berlin so privates Kapital ab.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








