WAHL IN BERLIN
Gauck: Die Linke soll in Berlin erst mal regieren dürfen
Altbundespräsident Joachim Gauck hat Bauchschmerzen mit der Berliner Linken und fordert trotzdem Respekt vor dem Wahlergebnis.

Klare Worte vom Altbundespräsidenten: Joachim Gauck (86) will der Linken in Berlin eine Chance geben. In einer TV-Talkshow am Donnerstagabend sagte er, die Partei müsse nach ihrem Wahlsieg erst einmal versuchen zu regieren.
Bauch gegen Kopf
Begeistert ist Gauck nicht. Das sei nicht die Regierung, die er sich wünsche, räumte er ein. Er fühle sich unwohl und sei skeptisch. Grund ist für ihn eine Dynamik unter neuen Mitgliedern der Berliner Linken, die er sehr heikel nannte. Sein Bauch sage Nein, sein politischer Kopf aber nicht.
Entscheidend ist für Gauck der Wille der Wähler. Die Linke habe nicht mit den Lieblingsthemen neuer Mitglieder aus dem Palästinensermilieu gewonnen, sondern mit einem sozialen Thema. In den Verhandlungen sollen nach seiner Vorstellung Grüne, Sozialdemokraten und zum Teil auch Kräfte in der Linken selbst die anderen zähmen.
Zu DDR-Zeiten lehnte sich Gauck gegen die SED auf, die Vorgängerpartei der Linken. Trotzdem legt er sich fest: Das Wahlergebnis gefalle ihm nicht, machte er deutlich. Er halte diesen Weg aber für geboten.
Rat an Elif Eralp
Linken-Wahlsiegerin Elif Eralp (45) soll Berichten zufolge intern Angst vor einem Unterstützer und dessen Umfeld geäußert haben. Gauck riet ihr, sich Leute zu suchen und eine Politik zu betreiben, die diese Ängste verringert. Auf Polizei und Sicherheitsbehörden dürfe sie nicht herabblicken. So etwas nannte er altlinken Quatsch, von dem sie sich verabschieden müsse.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.





