PARTEIWECHSEL
Nach fast 30 Jahren: Spandauer CDU-Mann Christian Heck will zum BSW
Spandaus bisheriger BVV-Vorsteher Christian Heck verlässt die CDU – laut BSW geht es auch um den Umgang mit der AfD.

Paukenschlag in Spandau! Christian Heck, bisher Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung, kehrt der CDU den Rücken. Mitglied war er seit 1996, im Bezirksparlament sitzt er seit 1999. Jetzt will er zum BSW. Das steht heute für Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft, früher für Bündnis Sahra Wagenknecht.
Streit um die Brandmauer
Die Gründe schildert BSW-Co-Landeschef Alexander King nach einem persönlichen Gespräch mit Heck. Demnach hat sich Heck immer mehr von der CDU entfernt. Es sei um Sozial- und Außenpolitik gegangen und um konservative Grundwerte, die der Union nach Hecks Sicht abhandengekommen seien. Dazu kommt laut King die AfD-Frage: Heck lehne die sogenannte Brandmauer ab, so wie das BSW.
Pikant: Die CDU hatte Heck nicht wieder als Vorsteher eingeplant. King sieht darin eine Folge der Differenzen und vermutlich auch den konkreten Auslöser für den Wechsel.
Alte Bekannte, neue Fraktion
Heck kennt die beiden Spandauer BSW-Verordneten Andreas Hehn und Jochen Anders seit vielen Jahren. Alle drei waren früher in der CDU, alle drei sind Polizisten. Hehn und Anders sind im Ruhestand, Heck ist noch im Dienst. King beschreibt ihre gemeinsame Haltung als links und konservativ zugleich.
Laut King sollte das BSW schon am Donnerstagabend als Fraktion an der ersten Sitzung der neuen BVV teilnehmen. Ursprünglich wollte die Partei die Fraktion erst bilden, wenn Heck aufgenommen ist.
Es wäre die vierte BSW-Fraktion in einem Berliner Bezirk und die erste im Westen der Stadt. Bisher gibt es sie in Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick. Bei der Bezirkswahl am 20. September holte das BSW in Spandau 4,2 Prozent und zwei Mandate.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







