LINDNER RECHNET AB
Lindner: Merz übertrifft Merkels Erbe in manchen Fragen
Ex-Finanzminister Christian Lindner sieht bei Kanzler Merz einen Bruch mit der CDU-Tradition und schließt ein Comeback praktisch aus.

Harte Worte vom Ex-Finanzminister! Christian Lindner (47), früher Chef der FDP, geht mit der Regierung von Kanzler Friedrich Merz ins Gericht. In einem TV-Interview am Donnerstagabend sagte er: Merz führe das Erbe von Angela Merkel nicht nur weiter, in manchen Fragen gehe er sogar darüber hinaus. Viele Merz-Anhänger hätten auf das Gegenteil gehofft.
Bruch mit der CDU-Linie
Besonders stört Lindner die Finanzpolitik. Deutschland verabschiede sich vom Ruf als Stabilitätsanker bei den Staatsfinanzen. Mit dem Geld werde dann auch mehr Konsum bezahlt. Für ihn ist das ein Bruch mit der Tradition der CDU. Parteien hätten immer ein Problem, wenn sie nicht mehr erklären könnten, wofür es sie gibt.
Auch sonst fällt sein Urteil mies aus: Bei allen wichtigen Fragen komme die Regierung kaum voran. Lindner nennt das eine Tragik. Und das Ende der Ampel, in der er selbst saß? Bei Haushalt und Wirtschaftswende habe es schlicht zu wenig Gemeinsames gegeben.
AfD, Berlin und kein Comeback
Warum wird die AfD so stark? Für Lindner liegt es an einer Kluft. In Berlin redeten Politiker, Beamte und Journalisten im Grunde dieselbe Sprache. Bei den Menschen im Alltag komme dagegen nichts Besseres an. Fähigere Köpfe habe die AfD nicht zwingend. Ihre Leute wirkten aber volksnäher als die in Berlin.
Zurück in die Politik will Lindner nicht. Die Chance, dass er für ein öffentliches Amt antritt, sieht er nahe null. Heute ist er Vize-Vorstandschef beim Autohändler Autoland AG und soll im nächsten Jahr an die Spitze rücken. Der deutschen Wirtschaft traut er trotzdem etwas zu: nicht wegen der Politik, sondern trotz ihrer.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







