PROTEST-AUFRUF

Junge Generation schreibt Wut-Brief an Merz und ruft für Samstag zum Protest

Die Gruppe „Gen Z regelt“ wirft Kanzler Merz vor, auf Kosten der Jungen zu sparen, und ruft für den 31. Oktober zu Protesten auf.

Dirk Muchow·
Friedrich Merz, Julia Klöckner; CDU ZUKUNFTSKONGRESS am 27.04.2023 in Berlin (Tempodrom), Deutschland
Friedrich Merz, Julia Klöckner; CDU ZUKUNFTSKONGRESS am 27.04.2023 in Berlin (Tempodrom), Deutschland · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Dr. Frank Gaeth / Wikimedia Commons, Friedrich Merz und Julia Klöckner 2023.jpg

Kurz vor Halloween macht eine junge Protestgruppe Druck auf Kanzler Friedrich Merz. „Gen Z regelt“ hat am Mittwoch einen offenen Brief an ihn und die Bundesregierung ins Netz gestellt. Der Ton ist wütend. Die Botschaft ist klar: Die junge Generation hat genug.

Hinter dem Schreiben stehen nach eigenen Angaben Schüler, Studenten und junge Berufstätige. Ihr Vorwurf: Die Regierung spare auf dem Rücken der Jungen und setze deren Zukunft aufs Spiel. Wer ihnen nicht zuhöre, riskiere, dass eine ganze Generation das Vertrauen in die Demokratie verliert.

Die Liste der Klagen ist lang

Genannt werden marode Schulen, fehlende Lehrer, die Klimakrise, der Krieg in Europa und steigende Preise. Auch Wehrdienst und Musterung stehen auf der Liste. Die Gruppe fordert vor allem eins: Die Politik soll den Jungen endlich zuhören.

Am Samstag, dem 31. Oktober, will die Bewegung auf die Straße gehen. Friedlich, betont sie. Krawalle wie in Frankreich soll es nach dem Brief nicht geben. Für Diskriminierung sei bei den Protesten kein Platz.

Prominente unterschreiben mit

Unter den Erstunterzeichnern sind die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek, die Grünen-Politikerin Ricarda Lang und der Musiker Bela B. Bis Donnerstagmorgen kamen online mehr als 18.500 Unterschriften und über 13.900 Euro per Crowdfunding zusammen.

Wer genau hinter „Gen Z regelt“ steckt, ist unklar. Das Impressum der Website wurde binnen einer Woche zweimal geändert, am Donnerstag stand dort eine Adresse in der Schweiz. Ein Protestforscher der Freien Universität Berlin hält so lose Strukturen am Anfang einer Bewegung für typisch, wie einst bei Fridays for Future. Er rechnet mit eher friedlichen Protesten.

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Dirk Muchow · Herausgeber

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

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