JUGEND-DEMO

„Gen Z regelt“: Organisatoren sollen kurz vor der Großdemo abgesprungen sein

Kurz vor dem Jugendprotest am Samstag sollen sich viele Organisatoren zurückgezogen haben, und Schülervertreter gehen auf Abstand.

Dirk Muchow·
Brandenburger Tor in Berlin, Ort der geplanten Kundgebung von Gen Z regelt
This is a picture of the Berliner Kulturdenkmal (cultural monument) with the ID · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons, Berlin, Brandenburger Tor -- 2013 -- 4589.jpg

Am Samstag, 31. Oktober, will das Bündnis „Gen Z regelt“ junge Leute auf die Straße bringen, laut Webseite in 32 Städten. In Berlin ist die Kundgebung für 14 Uhr am Brandenburger Tor angekündigt. Doch hinter den Kulissen soll es gewaltig knirschen.

Berichten zufolge haben sich die meisten Organisatoren zurückgezogen. Übrig sein soll nur noch eine 48-jährige Frau. Bühne, Rednerliste und genug Ordner fehlen demnach bislang. Ausgestiegene warnen vor undurchsichtigen Strukturen. Dem 18-jährigen Sprecher wird vorgeworfen, alles auf seine Person zu konzentrieren.

Ein Mitglied des Komitees hat seinen Austritt öffentlich gemacht: Unter dem Namen hätten sich zu viele Gruppen mit verschiedenen Zielen versammelt, ein friedlicher Rahmen sei nicht mehr ausreichend gesichert. Unklar ist laut Bericht auch, was mit den mehr als 11.000 Euro geschieht, die über eine Spendenplattform zusammengekommen sind.

Schülervertreter gehen auf Abstand

Eine bundesweite Schülervertretung hat sich wegen unklarer Strukturen schon distanziert, am Donnerstag zog der Landesschülerrat Niedersachsen nach. Vorsitzender Otto Ellerbrock nennt drei Gründe: Wer den Protest in Hannover verantwortet, sei trotz Nachfragen offen geblieben. Teile der Forderungen gingen weit über Bildungspolitik hinaus. Und der Protest könnte politisch vereinnahmt werden.

Gegen Engagement ist der Schülerrat ausdrücklich nicht. Für den 20. November ist ein eigener bundesweiter Bildungsprotest geplant.

Behörden: Keine konkreten Hinweise auf Gewalt

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hatte früh vor französischen Verhältnissen gewarnt. In Frankreich waren Schülerproteste in Ausschreitungen umgeschlagen.

Ein internes Papier des Staatsschutzes in Baden-Württemberg sieht laut Bericht keine konkreten Anhaltspunkte für geplante Gewalt. Die Berliner Polizei stellte Demoaufrufe aus dem linksextremen Spektrum fest, aber bislang keine gezielte extremistische Steuerung.

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Dirk Muchow · Herausgeber

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

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