DEMO-SAMSTAG
Berlin vor dem Protest-Samstag: 19 Demos, 1500 Polizisten
Für Samstag sind in Berlin 19 Demos angemeldet, am Brandenburger Tor werden 10.000 Teilnehmer erwartet, mit Krawallen wie in Frankreich rechnet die Polizei nicht.

Großeinsatz in der Hauptstadt: Für Samstag, den 31. Oktober, sind in Berlin 19 Demonstrationen angemeldet. Rund 1500 Polizisten sollen im Einsatz sein, auch für die Halloween-Nacht. Verstärkung kommt aus Thüringen, aus Mecklenburg-Vorpommern und von der Bundespolizei. Viel Reserve bleibt nicht, denn am selben Tag wird auch in vielen anderen Städten protestiert.
Zehntausend am Brandenburger Tor
Zur Kundgebung am Brandenburger Tor ruft das Bündnis „Gen Z regelt“ auf. Am Platz des 18. März sind 10.000 Teilnehmer angemeldet. Bei gutem Wetter hält die Polizei das für realistisch. Die Forderungen reichen von einem Nein zur Wehrpflicht bis zu mehr Geld für Schulen und Klimaschutz. Erwartet werden vor allem Schüler, Studenten und Familien.
Am Abend soll ein zweiter Zug am Rosenthaler Platz in Mitte starten, Motto: „Gen Z hat genug!“. Den Anmelder kennt die Polizei von früheren linksradikalen Demos. Er hat inzwischen 400 Teilnehmer angemeldet. Weil auf der Strecke Baustellen liegen, wird über eine andere Route verhandelt.
Polizei: Berlin ist nicht Paris
Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnt, Linksextremisten und Islamisten könnten die Proteste unterwandern. Die Berliner Polizeiführung bleibt gelassen. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel sieht im Netz zwar einzelne Aufrufe zu Krawallen, aber keine Hinweise auf geplante, gemeinsame Aktionen von Gruppen.
Ein Vermummungsverbot gibt es vorerst nicht, obwohl in den Aufrufen zum Maskieren an Halloween geraten wird. Einsatzleiter Stephan Katte zufolge kann die Polizei bei Straftaten auch ohne ein solches Verbot hart durchgreifen.
Sorgen macht die Halloween-Nacht. 2024 brannten in Berlin Mülltonnen, an einer Bushaltestelle gingen die Scheiben zu Bruch, und Pyrotechnik wurde gezündet. Diesmal will die Polizei unter anderem in der Gropiusstadt, im Märkischen Viertel, in Nord-Neukölln, in Kreuzberg und im Gesundbrunnen stark vertreten sein.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








