BAU-REKORD
Rekord-Plus am Bau: Großaufträge lassen Bestellungen um 23 Prozent springen
Das Bauhauptgewerbe meldet für August das größte Auftragsplus seit Beginn der Aufzeichnung, doch der Mittelstand fürchtet, leer auszugehen.

Endlich wieder gute Nachrichten vom Bau: Im August gingen so viele neue Aufträge ein wie noch nie, seit es die Statistik gibt. Das Statistische Bundesamt meldet für das Bauhauptgewerbe ein Plus von 23 Prozent zum Vormonat, bereinigt um Saison und Kalender. Treiber waren mehrere Großaufträge.
Auch über drei Monate betrachtet geht es aufwärts. Von Juni bis August lagen die Bestellungen 7,6 Prozent über den drei Monaten davor.
Tiefbau hebt ab
Den größten Sprung machte der Tiefbau, also Straßen, Schienen und andere Infrastruktur: plus 31,6 Prozent. Im Hochbau mit Wohn- und Bürogebäuden ging es um 12,4 Prozent nach oben. Der Umsatz kletterte zum Vorjahresmonat um 10,1 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro, preisbereinigt um 4,9 Prozent.
Die Statistik erfasst nur Betriebe von Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Dort arbeiten rund 548.000 Menschen im Bauhauptgewerbe, 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, sieht Licht am Horizont. Er warnt aber: Bis Großprojekte dauerhaft im Umsatz ankommen, vergeht Zeit.
Mittelstand fürchtet, leer auszugehen
Die Branche setzt auf das Sondervermögen der Bundesregierung für Infrastruktur und Klimaneutralität. Wirtschaftsverbände bemängeln jedoch, dass davon bisher kaum etwas in der Breite ankommt. Kleinere Baufirmen klagen, die öffentliche Hand schneide ihre Aufträge so groß zu, dass nur wenige Konzerne mitbieten können.
Laut Felix Pakleppa vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes laufen die Geräte im Hochbau nur zu 45 Prozent. Er fordert mehr Förderung für den Wohnungsbau: ein günstiger Weg, die Konjunktur anzuschieben. Hilfe beim Eigentum könne zudem die Mietmärkte entlasten.
Mieten ziehen weiter an
Am Wohnungsmarkt bleibt es eng. Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft steigen die Angebotsmieten, während die Kaufpreise kaum vorankommen. Schuld sind die Zinsen: Weniger Menschen kaufen, mehr suchen eine Mietwohnung.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








