BÖRSEN-DEBÜT
Thyssenkrupp-Tochter tk accelis startet an der Börse – Analysten hatten mehr erwartet
Die Werkstoffsparte von Thyssenkrupp wird seit Mittwoch eigenständig gehandelt und war zum Start 1,77 Milliarden Euro wert.

Thyssenkrupp zerlegt sich weiter. Nach der Marinesparte TKMS und der Wasserstofftochter Nucera ist jetzt das Werkstoffgeschäft an der Börse. Die neue Firma heißt tk accelis und handelt mit Flachstahl, Edelstahl und Aluminium. Der erste Kurs am Mittwoch lag bei 27,80 Euro.
Europas größter Händler für Werkstoffe kam damit auf einen Börsenwert von 1,77 Milliarden Euro. Analysten hatten einen etwas höheren Wert erwartet. Im Tagesverlauf kletterte das Papier zeitweise bis auf 30,52 Euro. Firmenchefin Ilse Henne zeigte sich mit dem Preis trotzdem zufrieden.
Mutterkonzern rutscht ab
Für die Thyssenkrupp-Aktie ging es dagegen kräftig nach unten: zeitweise mehr als 16 Prozent Minus, Kurs rund 12,29 Euro. Die Aktionäre hatten für je 20 Thyssenkrupp-Aktien eine accelis-Aktie ins Depot gebucht bekommen. Der Konzern behält 51 Prozent und bleibt Mehrheitseigner.
Konzernchef Miguel Lopez baut den einstigen Industrieriesen zur Finanzholding um. Martin Steinbach von der Beratungsfirma EY erklärt die Logik: Der Konzern im Ganzen sei weniger wert. Abgespaltene Sparten könnten sich am Kapitalmarkt klarer aufstellen und dadurch an Wert gewinnen.
Fast ein Drittel des Umsatzes
tk accelis beschäftigt rund 15.500 Menschen in 30 Ländern und setzte im vergangenen Jahr 11,4 Milliarden Euro um. Das ist fast ein Drittel des gesamten Konzernumsatzes. Zu den wichtigsten Kunden zählen Airbus, BP, Tesla und Volkswagen. Künftig will die Firma für ihre Kunden die komplette Lieferkette organisieren.
Und Lopez plant schon den nächsten Schritt: Als Nächstes könnte das angeschlagene Stahlgeschäft einen eigenen Börsengang bekommen. Das ist das erklärte Ziel des Konzerns.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








