KI-BÖRSENGANG
Anthropic will an die Börse – und warnt vor der eigenen KI
Der KI-Konzern hinter Claude hat seinen Börsengang beantragt: mit riesigem Umsatzsprung, einem Milliardenverlust und einer Liste düsterer Risiken.

Der Startschuss ist gefallen: Der KI-Konzern Anthropic will an die Börse, und zwar schon im November. Das Unternehmen aus San Francisco hat die Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Die Aktien sollen an der Technologiebörse Nasdaq unter dem Kürzel „ANT“ gehandelt werden.
Bewertung von bis zu 2 Billionen Dollar möglich
Der Handel könnte in der Woche ab dem 16. November starten. Berichten zufolge ist eine Bewertung von bis zu 2 Billionen Dollar möglich. Wie viele Aktien zu welchem Preis verkauft werden, steht noch nicht im Prospekt. Das soll ein Nachtrag klären. Ab dem 9. November will Anthropic um Investoren werben. Goldman Sachs und Morgan Stanley führen die Emission.
Umsatz explodiert, Verlust auch
Zum ersten Mal legt die Firma hinter dem KI-Modell Claude ihre Zahlen offen. Im ersten Halbjahr 2026 schoss der Umsatz auf 16,3 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 1,2 Milliarden. Doch das Minus wuchs gewaltig: von 13 auf rund 80,7 Milliarden Dollar. Der Grund sind die enormen Kosten für neue Rechenzentren.
Die Firma warnt vor ihrer eigenen Technik
Im Prospekt nennt Anthropic vier große Gefahren durch KI: Missbrauch, etwa für Biowaffen oder Cyberangriffe, den Verlust der menschlichen Kontrolle, autoritären Missbrauch bis hin zum Überwachungsstaat und wirtschaftliche Verwerfungen. Richten die eigenen Modelle extremen Schaden an, drohen Haftungsansprüche. Die könnten sogar über das hinausgehen, was die Versicherungen abdecken.
Dazu kommt Gegenwind: Zuletzt sorgte eine Serie von Hackerangriffen durch eigenständig handelnde KI-Agenten für Unruhe. Konkurrent OpenAI hat seinen Börsengang deshalb vorerst verschoben.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







