IHK-UMFRAGE
Jobabbau droht in jedem dritten Thüringer Betrieb
Laut IHK-Herbstumfrage rechnet fast jedes dritte Unternehmen in Thüringen mit Stellenabbau, und mehr als die Hälfte will weniger investieren.

Thüringens Wirtschaft kommt nicht in Fahrt. Die IHK-Herbstumfrage 2026 zeigt: Fast jeder dritte Betrieb im Freistaat rechnet damit, Stellen abzubauen. Neue Leute einstellen wollen nur sieben Prozent.
Seit dem Frühjahr ist der Konjunkturklimaindex gerade mal von 80 auf 82 Punkte geklettert. Im langjährigen Schnitt liegt er bei 101. Die aktuelle Lage sehen die Firmen zwar etwas besser: 28 Prozent nennen sie gut, 33 Prozent schlecht. Im Frühjahr waren es 25 und 38 Prozent.
Düsterer Blick nach vorn
Die Erwartungen sind trotzdem mies. 41 Prozent fürchten, dass die Geschäfte schlechter laufen. Auf Besserung hoffen nur elf Prozent. Mehr als jeder zweite Betrieb (52 Prozent) will weniger investieren, mehr investieren wollen nur 13 Prozent. Das Geld fließt vor allem in Ersatz, nicht in Wachstum.
Strom, Politik, Löhne
Das größte Risiko sind die Kosten. 79 Prozent nennen die Energie- und Rohstoffpreise, 72 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, 63 Prozent die Arbeitskosten. Auch der Fachkräftemangel bleibt trotz Flaute ein Problem: 39 Prozent sehen darin ein großes Risiko.
Aus Sicht von IHK-Präsident Peter Zaiß wartet die Wirtschaft weiter auf die versprochene große Entlastung. Er fordert schnellere Reformen bei Sozialversicherungen, Steuern und Arbeitsmarkt. Ideen wie eine Zucker- oder Plastiksteuer hält er für das falsche Signal. Lob gibt es für den Vorschlag des Kanzlers, die Stromsteuer für alle Firmen auf das EU-Minimum zu senken.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








