PLEITE NUMMER VIER
Galeria ist schon wieder pleite – vierter Insolvenzantrag in sechs Jahren
Der Warenhauskonzern hat erneut Insolvenz beantragt – für rund 12.000 Beschäftigte in 83 Häusern geht das Bangen von vorn los.

Schon wieder pleite! Der Düsseldorfer Warenhauskonzern Galeria hat am 2. Oktober erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist bereits der vierte innerhalb von sechs Jahren. Für rund 12.000 Mitarbeiter in 83 Warenhäusern beginnt das große Zittern von vorn.
Die Liste der Erklärungen ist lang: Corona, teure Energie, Kunden, die ihr Geld zusammenhalten, und der Absturz des früheren Eigentümers Signa. Für das Geschäftsjahr 2024/25 hatte Galeria sogar einen operativen Gewinn gemeldet. Wie hoch der war, blieb unter Verschluss.
Taugen die Rettungen überhaupt?
Drei Anläufe haben den Konzern nicht dauerhaft stabilisiert. Da drängt sich eine Frage auf: Wie gut ist das Sanierungsverfahren selbst? Filialen dichtmachen und Forderungen kappen reicht bei einem Riesen dieser Größe womöglich nicht. Das ganze Geschäft muss stimmen: wo die Häuser stehen, was in den Regalen liegt, wie eingekauft, geliefert und bezahlt wird.
Hinzu kommt: Ein Gericht, das einen Insolvenzplan bestätigt, prüft nur die gesetzlichen Vorgaben. Ob die Firma auf Dauer im Wettbewerb besteht, beurteilt es nicht. Und kleine Gläubiger haben kaum einen Grund, so einen dicken Plan von Fachleuten prüfen zu lassen. Die Beratung kann sie mehr kosten, als am Ende an sie zurückfließt.
Die Pleitewelle rollt
Galeria platzt mitten in eine Welle von Firmenpleiten. 2025 wurden in Deutschland 24.064 Unternehmensinsolvenzen beantragt. 2024 waren es 21.812, im Jahr 2022 erst 14.590. Das ist ein Plus von knapp 65 Prozent in drei Jahren. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich 2025 voraussichtlich auf 47,9 Milliarden Euro.
Ein Fall wie Galeria ist dabei die Ausnahme: Nach einer Schätzung trafen gut 80 Prozent der Pleiten 2025 Kleinbetriebe mit höchstens zehn Beschäftigten. Nur rund 0,6 Prozent betrafen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern.
Sie wollen wissen, wie es bei Galeria weitergeht? Abonnieren Sie den Newsletter von Dirk Muchow Klartext – täglich, unabhängig, ohne Rundfunkbeitrag.
Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








