PLEITE IM ALLGÄU
Solarpionier Sonnen ist pleite: Zukunft von 400 Jobs im Allgäu offen
Der Batteriehersteller Sonnen aus Wildpoldsried hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, nach Jahren mit Millionenverlusten.

Aus für einen Ökostrom-Vorzeigebetrieb: Die Sonnen GmbH aus Wildpoldsried im Allgäu hat am Donnerstag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Hersteller von Heimspeichern für Solarstrom war 2010 gestartet. Bekannt wurde er durch eine digital vernetzte Gemeinschaft von Speicherbesitzern.
Fast 107 Millionen Euro Miese
Geld verdient hat die Firma so gut wie nie. Nur 2020 stand ein kleiner Gewinn in den Büchern. 2024 kam der Absturz: Der Umsatz fiel von gut 263 auf 78 Millionen Euro. Der Verlust stieg auf einen Rekord von fast 107 Millionen Euro. Ein Grund war die massive Konkurrenz durch chinesische Anbieter von Heimspeichern.
Shell zahlte rund 500 Millionen
Der Ölkonzern Shell hatte Sonnen 2019 für rund 500 Millionen Euro komplett übernommen. Seit 2023 suchte Shell einen Käufer. Im August griff das Family Office Tiven zu, hinter dem ein Mitbegründer des Münchner Sanierungsinvestors Aurelius steht. Gut zwei Monate später folgte der Insolvenzantrag. Shell soll mit Sonnen einen dreistelligen Millionenverlust gemacht haben.
Was wird aus Kunden und Jobs?
Offen ist, wie es mit der Zentrale weitergeht. Dort arbeiten 400 Menschen. Berichten zufolge sollen auch zahlreiche Tochterfirmen abgewickelt werden. Nur ein Produktionsstandort soll bleiben. Insider sollen die Firma als kaum funktionsfähig beschrieben haben, die massiv Geld verbrenne. Sonnen und Tiven schweigen bislang.
Immerhin eine gute Nachricht für Besitzer der mehr als 150.000 installierten Sonnen-Batterien: Der Service für Bestandskunden soll weiterlaufen.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








