GASPREIS-SCHOCK
Gas über 100 Euro: EU-Minister wollen offenbar nicht eingreifen
Der Gaspreis steht wieder auf dem Niveau von 2022, doch beim Energierat in Brüssel deuteten Minister an, dass der Markt es selbst richten soll.

Gas ist wieder teuer. Richtig teuer. Der Preis ist über 100 Euro je Megawattstunde gestiegen. Damit liegt er wieder auf den Höchstständen von 2022. Diese Marke kennt Europa noch aus der letzten Energiekrise.
Treffen in Brüssel
Am Donnerstag tagten die Energieminister der EU-Staaten in Brüssel. Ein Eingriff in den Markt scheint nach Berichten über das Treffen nicht geplant. Die Minister deuteten an, dass er nicht nötig sei. Ihre Rechnung: Wird Gas so teuer, sinkt die Nachfrage von ganz allein.
Ein schwerer Winter
EU-Kommissar Jørgensen trat nach dem Rat vor die Presse. Den Ministern aus allen Mitgliedstaaten sei klar, dass ein schwieriger Winter bevorsteht, sagte er. Trotzdem zeigte er sich zufrieden. Er schloss sich der Einschätzung an, es sei ein sehr guter Tag gewesen.
Ein harter Winter, aber ein guter Tag? Der politische Wille, die neue Krise anzupacken, gilt in Berichten aus Brüssel bislang als gering.
Ein Eingreifen der EU zeichnet sich damit vorerst nicht ab. Ob der Markt das Problem wirklich löst, wird erst der Winter zeigen.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







