ÖL-POKER
Saudis bauen Pipeline aus: Mehr Öl soll an Hormus vorbeifließen
Saudi Aramco will die Ost-West-Pipeline von sieben auf zehn Millionen Barrel täglich ausbauen, doch Drohnen bedrohen das Rohr.

Saudi-Arabien will die Straße von Hormus immer häufiger umgehen. Der Staatskonzern Saudi Aramco arbeitet am Ausbau seiner großen Ost-West-Pipeline. Heute schafft sie sieben Millionen Barrel am Tag. Künftig sollen es zehn Millionen sein.
1200 Kilometer quer durchs Land
Die Leitung führt vom Golf bis zum Hafen Yanbu am Roten Meer. Dort kommt das Öl auf Tanker, ganz ohne Fahrt durch die gefährliche Meerenge. Vor der Golf-Krise flossen nur rund zwei Millionen Barrel täglich durch das Rohr. Dann drehten die Saudis kräftig auf.
Der Grund: Seit der Iran Frachtschiffe angreift, ist die Passage durch Hormus unsicher. Hunderte Schiffe saßen im Golf fest, die Versicherungen wurden teurer. Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman rechnet für die Erweiterung mit bis zu drei Jahren. Weitere Exportrouten werden in Studien geprüft.
Schwachstelle Drohnen
Doch das Rohr ist verwundbar. Zuletzt traf ein Drohnenangriff aus dem Irak die Pipeline. Sie musste zeitweise abgeschaltet und repariert werden. Eine 1200 Kilometer lange Leitung lückenlos zu schützen, gilt als kaum machbar.
Und was haben deutsche Autofahrer davon? Gelingt der Ausbau, kämen rund zwei Prozent mehr Öl auf den Weltmarkt. Der US-Forscher Gilbert Metcalf hält dann leicht sinkende Preise für möglich. Teures Rohöl landet am Ende an der Zapfsäule und beim Heizöl. Der Tankrabatt seit Anfang Oktober drückte E10 bis zum 21. Oktober im Schnitt von 2,29 auf 2,09 Euro je Liter.
Sie wollen solche Nachrichten jeden Morgen? Abonnieren Sie den Newsletter von Dirk Muchow Klartext: unabhängig, ohne Rundfunkbeitrag, von Lesern bezahlt.
Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








