GAS-DEAL
150 Terawattstunden Gas: Sefe verrät nicht, woher es kommt
Der bundeseigene Importeur Sefe kauft fünf Jahre lang Gas beim Händler Trafigura, schließt Russland aus, nennt aber kein Herkunftsland.

Der bundeseigene Gasimporteur Sefe aus Berlin, früher Gazprom Germania, hat einen neuen Großvertrag unterschrieben. Partner ist der Rohstoffhändler Trafigura. Ab dem 1. November 2026 sind laut Sefe fünf Jahre lang jedes Jahr 30 Terawattstunden Erdgas vereinbart. Macht zusammen 150 Terawattstunden.
Die große Frage: Woher kommt das Gas? Sefe hält sich bedeckt. Es stamme überwiegend aus dem weltweiten Bestand von Trafigura. Herkunftsländer? Keine Angabe. Nur eines stellt Sefe klar: Gas aus Russland ist vertraglich ausgeschlossen.
Übergabe irgendwo in Europa
Auch beim Lieferweg bleibt es vage. Terminals oder Pipelines nennt Sefe nicht. Übergeben wird an einem europäischen Handelsknoten. Das bedeutet: Das Gas muss nicht an einem bestimmten deutschen Terminal ankommen. Gehandelt wird an virtuellen Punkten, das echte Gas gelangt über verschiedene Wege ins Netz.
Der neue Vertrag folgt auf einen Vierjahresvertrag, der Ende Oktober ausläuft. Der brachte rund 23 Terawattstunden pro Jahr. Die Menge steigt also um etwa 30 Prozent.
Bund sichert Kredit mit ab
Trafigura hat seinen Sitz in Singapur und gehört mehr als 1400 Beschäftigten und Führungskräften. Der Händler hat langfristige Verträge mit Lieferanten aus den USA, Oman, Malaysia und Brunei. Ob davon etwas bei Sefe landet, lässt sich daraus nicht ablesen.
Auch der Bund ist mit im Spiel: Für das Geschäft hat Trafigura einen Fünf-Jahres-Kredit über 1,5 Milliarden Dollar aufgenommen. Einen Teil davon sichert eine staatliche Garantie ab. Wie groß dieser Teil ist? Sagt Trafigura nicht. Neun Banken sind beteiligt, die KfW-IPEX-Bank koordiniert. Sefe ist laut Trafigura nur Abnehmer und nicht Teil der Garantie.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







