LNG-DEAL
Trotz Kostenwarnung: Sefe kauft 20 Jahre lang Gas aus Kanada
Der Staatsimporteur Sefe hat den Vertrag über jährlich eine Million Tonnen Flüssigerdgas aus Kanada unterschrieben, einen Kaufpreis nennt er nicht.

Jetzt ist es unterschrieben: Der staatliche Gasimporteur Sefe aus Berlin bindet sich für 20 Jahre an Flüssigerdgas aus Kanada. Partner ist das Unternehmen Ksi Lisims LNG. Pro Jahr geht es um eine Million Tonnen. Die ersten Ladungen werden Anfang der 2030er-Jahre erwartet. Aus der Absichtserklärung vom Frühjahr ist damit ein fester Kaufvertrag geworden.
Kein Kaufpreis, kein fester Zielhafen
Einen Kaufpreis nennt Sefe nicht. Offen ist auch, ob das Gas überhaupt in Deutschland ankommt. Die Lieferungen sind an keinen Zielort gebunden. Sefe übernimmt das LNG im kanadischen Hafen, organisiert die Schiffe selbst und darf in andere Länder weiterverkaufen. Der Konzern spricht von breiterem Einkauf und langfristiger Sicherheit für seine Kunden.
Expertin warnte vor hohen Kosten
Eine Analystin des Instituts für Energiewirtschaft und Finanzanalyse warnte schon im Juni: Kanadisches LNG werde für Kunden in der EU das teuerste. Der Grund ist der weite Weg von Westkanada über den Panamakanal. Der Kanal ist nach ihren Worten ausgelastet und kämpft mit Wassermangel.
Auch die Klimabilanz zweifelte sie an: Geplant sei Gas aus Fracking. Sefe verweist dagegen auf Wasserkraft, die eine Produktion mit wenig Emissionen ermöglichen soll.
Streit um die Klimaziele
Der Vertrag reicht bis in die 2050er-Jahre, also über das deutsche Ziel der Klimaneutralität 2045 hinaus. Die SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer hielt die Absichtserklärung damals für unvereinbar mit den gesetzlichen Klimazielen. Das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) sah keinen Widerspruch, weil Sefe auch außerhalb Europas liefert.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







