SPRIT-STREIT
Kommt der Mini-Tank? Brüssel diskutiert Obergrenze für Hybrid-Autos
Brüssel diskutiert eine Höchstgrenze für Tanks in neuen Hybrid-Autos – beschlossen ist nichts, aber es könnten viel mehr Tankstopps werden.

Neuer Ärger aus Brüssel für Autofahrer: In der EU wird darüber gesprochen, wie viel Sprit neue Autos höchstens in den Tank bekommen dürfen. Ganz oben auf der Liste stehen Plug-in-Hybride. Entschieden ist nach bisherigem Stand noch nichts.
Der Hintergrund: Viele Hybrid-Fahrer laden ihre Batterie kaum und fahren meistens mit dem Verbrennungsmotor. Ein kleiner Tank soll sie öfter an die Steckdose bringen. Die Umweltorganisation Transport & Environment verlangt eine Grenze von 15 Litern. Heute passen in solche Autos im Schnitt rund 51 Liter.
Was das bedeuten würde: Bei 6,7 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer müsste man nach etwa 220 Kilometern wieder tanken. Wer nie lädt, käme nach Rechnung der Organisation auf fast 57 Tankstopps im Jahr statt auf rund 17.
Die Umweltschützer sagen auch: Im Alltag stoßen Plug-in-Hybride fast sechsmal so viel CO₂ aus wie auf dem Papier. Nur 27 Prozent der Strecke würden elektrisch gefahren.
Auch große Limousinen könnten betroffen sein
Eine Obergrenze würde möglicherweise nicht nur Hybride treffen. Auch der Audi A8 mit seinem 82-Liter-Dieseltank oder der chinesische Yangwang U8 mit 75 Litern lägen darüber. Kritiker werfen Brüssel vor, Elektroautos auf diesem Weg per Vorschrift einen Vorteil zu verschaffen.
Elektroautos legen ohnehin zu: In den ersten neun Monaten 2026 waren 22,7 Prozent der Neuwagen in der EU reine Stromer, damit erstmals mehr als Benziner mit 21,2 Prozent. Deutschland und Frankreich wollen beim Verbrenner-Aus 2035 mehr Spielraum.
Sie wollen wissen, was Brüssel als Nächstes vorhat? Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von Dirk Muchow Klartext.
Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







