SOZIALSTAAT
Jobcenter-Geld für Rumänen in Magdeburg: Von 143.000 auf rund drei Millionen Euro
In Magdeburg sind die Grundsicherungs-Ansprüche rumänischer Staatsbürger seit 2013 auf mehr als das Zwanzigfache gestiegen.

Diese Zahlen sind ein Hammer: Im Jahr 2013 standen rumänischen Staatsbürgern in Magdeburg Leistungen nach dem SGB II von rund 143.000 Euro zu. 2025 waren es rund drei Millionen Euro. Das ist mehr als das Zwanzigfache. Die Daten stammen von der Bundesagentur für Arbeit und wurden für eine Fernsehreportage ausgewertet.
Ein Minijob öffnet die Tür
Rumänien und Bulgarien sind seit 2007 in der EU. Seit 2014 dürfen ihre Bürger ohne Arbeitserlaubnis in Deutschland arbeiten. Schon ein Minijob kann reichen, um zusätzlich Sozialleistungen zu bekommen.
Die Reportage rechnet vor: Eine Familie mit sieben Kindern und zwei Eltern im Minijob könnte in Deutschland mit Lohn und Leistungen auf rund 4.500 Euro im Monat kommen. Eine vergleichbare Familie in Rumänien hätte demnach rund 1.500 Euro.
Ein Vater von acht Kindern, der nach eigenen Worten auf dem Bau arbeitet, sagt vor der Kamera, er bekomme Kindergeld und Unterstützung vom Jobcenter. Seine gesamten Einnahmen im Monat schätzt er auf ungefähr 3.000 Euro.
In mehreren Roma-Gemeinden in Rumänien stehen große Neubauten und teure Autos, viele mit deutschen Kennzeichen, etwa aus Magdeburg, Halle und Hagen. Der Bürgermeister des Ortes Fântânele sagt sinngemäß: Hätte Deutschland diese Leistungen nicht angeboten, wären sie wohl nicht dort.
Warnung vor Missbrauch
Marc Elxnat vom Deutschen Städte- und Gemeindebund sieht das Grundproblem im europäischen Arbeitnehmerbegriff. Wer nur wenige Stunden im Minijob arbeite, gelte schon als Arbeitnehmer und könne so Ansprüche auf ergänzende Leistungen erwerben. Damit sei nach der Einreise auch Missbrauch möglich, warnt er.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







