ABSCHIEBEFLUG
40 afghanische Straftäter per Charterflug nach Kabul abgeschoben
Totschlag, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch: Ein Charterflug aus Leipzig/Halle hat 40 verurteilte Afghanen zurück nach Kabul gebracht.

Der nächste Flieger ist in Kabul gelandet. An Bord: 40 afghanische Männer, alle Straftäter. Die Chartermaschine startete am Flughafen Leipzig/Halle und setzte am Mittwoch in der afghanischen Hauptstadt auf. Das teilte das Bundesinnenministerium mit.
Die Liste der Taten ist lang und hart: Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Körperverletzung, Drogenhandel. Die meisten Männer kamen direkt aus dem Gefängnis in den Flieger.
Zehn Bundesländer machten mit: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Dobrindt: Wer Straftaten begeht, muss gehen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) machte klar: Straftäter haben in Deutschland nichts verloren. Flüge nach Afghanistan seien inzwischen ein fester und verlässlicher Teil der Migrationspolitik. Sein Kurs heiße Kontrolle und Konsequenz – und ein Rechtsstaat, der seine Entscheidungen auch umsetzt.
Tausende sind noch da
Seit Beginn der Legislaturperiode hat Deutschland laut Ministerium 303 afghanische Männer zurückgeschickt. Doch die Zahl der Ausreisepflichtigen ist viel größer: Rund 15.300 Afghanen müssten das Land verlassen. Etwa 11.400 von ihnen sind geduldet, knapp 4.000 haben nicht einmal eine Duldung. Von Januar bis Juli 2026 wurden nur 121 Menschen nach Afghanistan gebracht.
Die erste Sammelabschiebung nach der Rückkehr der Taliban an die Macht im August 2021 gab es 2024 – mit Hilfe von Katar. Im Februar 2026 flog die Bundespolizei dann erstmals ohne Drittstaat 20 Straftäter direkt nach Kabul, auf Basis einer Absprache mit den Taliban.
Gegenwind gibt es trotzdem: Schon am vergangenen Wochenende, also vor diesem Flug, gingen an mehreren deutschen Flughäfen Hunderte Menschen gegen Abschiebungen auf die Straße.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.





