OPIUM-BOOM
Trotz Taliban-Verbot: Opium-Produktion in Afghanistan explodiert
Vier Jahre nach dem Mohn-Verbot der Taliban wächst die Opium-Ernte wieder: Laut UN stieg die Produktion binnen eines Jahres um 400 Prozent.

Die Mohnfelder in Afghanistan blühen wieder. Das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien hat neue Zahlen vorgelegt. Das Ergebnis: Die Opium-Produktion ist innerhalb eines Jahres um 400 Prozent gestiegen. Es ist der erste Anstieg seit dem Verbot der Taliban von 2022.
Die Zahlen
2025 standen noch rund 10.000 Hektar unter Schlafmohn. 2026 waren es 43.000 Hektar, mehr als viermal so viel. Die Menge an Opium kletterte von 300 Tonnen auf knapp 1.500 Tonnen.
Zur Einordnung: Vom alten Niveau ist das Land noch weit entfernt. 2021, bevor die Taliban wieder an die Macht kamen und den Anbau verboten, wuchs Mohn auf 200.000 Hektar.
Beim Geld sieht es anders aus. Die UN schätzen die Einnahmen der Zwischenhändler auf 525 Millionen Euro. Das entspricht dem Stand vor dem Verbot.
Not treibt Bauern in den Mohn
Lebensmittel sind teurer geworden. Mit Getreide und Vieh allein kommen viele Familien nicht über die Runden. Also bauen Bauern illegal Mohn an, oft versteckt zwischen Getreidefeldern oder Gebäuden.
UNODC-Direktorin Monica Juma hält den Anbau für schwer dauerhaft einzudämmen, solange sich die wirtschaftliche Lage im Land nicht bessert.
Der von den Taliban eingesetzte Außenminister nennt den Kampf gegen Drogen eine der größten Leistungen des Regimes. Trotzdem verlangt er Hilfe aus dem Ausland. Auch die UNODC ruft zur Unterstützung auf: für andere Einkommensquellen der Menschen und für weniger Nachfrage nach Opium weltweit.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








