UN-EKLAT
Schreiduell bei der UN: USA werfen kubanischen Diplomaten raus
Nach einem Tumult in der UN-Generalversammlung muss ein kubanischer Diplomat binnen 24 Stunden die USA verlassen – er soll einen US-Diplomaten geschubst haben.

Knall bei den Vereinten Nationen in New York! Die USA werfen einen kubanischen Diplomaten aus dem Land. Außenminister Marco Rubio hat die Ausweisung unterschrieben. Das gab Mike Waltz bekannt, der US-Botschafter bei der UN. Binnen 24 Stunden soll der Mann im Flieger nach Havanna sitzen.
Der Vorwurf aus Washington: Der Kubaner soll einen amerikanischen Diplomaten geschubst und versucht haben, ihn anzugreifen.
Tumult am Rednerpult
Vorher gab es ein Schreiduell in der UN-Generalversammlung. Waltz zählte in seiner Rede Verfehlungen der kubanischen Führung auf. Die Delegation aus Kuba klopfte auf die Pulte und protestierte lautstark. Außenminister Bruno Rodríguez ging zum Rednerpult und verlangte, dass die Rede unterbrochen wird.
Waltz brüllte zurück: „Hier ist nicht Havanna.“ Der Sitzungsleiter verschaffte sich kein Gehör mehr und unterbrach die Sitzung. Später schrieb Waltz auf X von „Schlägern des Regimes“, die seine Rede stören wollten.
Deutschland enthält sich
Anlass war die jährliche Abstimmung über das US-Wirtschaftsembargo gegen Kuba. Das gilt seit mehr als 60 Jahren. Die Generalversammlung forderte erneut ein Ende. Aber: Zum ersten Mal seit 34 Jahren enthielten sich westliche Staaten, darunter Deutschland. Bindend sind solche Beschlüsse ohnehin nicht.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.






