BÖRSE
DAX klettert auf 25.704 Punkte – doch der Gaspreis schockt
Der DAX holt seine Verluste fast komplett auf – doch der Gaspreis springt erstmals seit 2022 über 100 Euro je Megawattstunde.

Aufatmen an der Frankfurter Börse! Der DAX steigt erneut. Nach plus 0,9 Prozent am Montag ging es am Dienstag um 0,7 Prozent auf 25.590 Punkte rauf. Am Mittwoch kamen noch einmal 0,44 Prozent dazu. Schluss: 25.704 Punkte. Das Minus aus der Vorwoche ist damit fast wettgemacht.
Hoffnung auf Diplomatie und starke Bankzahlen
Rückenwind kam zuerst aus dem Nahen Osten. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben in Teheran mit iranischen Vertretern verhandelt. Die Runde soll weitergehen. Am Mittwoch half ein Rekordgewinn des südkoreanischen KI-Chip-Spezialisten SK Hynix. Die Deutsche Bank übertraf die Erwartungen und stand an der DAX-Spitze.
Es gab aber auch Verlierer. Mercedes-Benz senkt seine Gewinnerwartung fürs laufende Jahr. Die Gründe: das schwierige China-Geschäft und steigende Kosten. Statt drei bis fünf Prozent Umsatzrendite peilt der Konzern nur noch zwei bis drei Prozent an. Das Papier rutscht in die Nähe seines Sechs-Jahres-Tiefs. Bei Symrise ging es um mehr als zehn Prozent abwärts.
Gas so teuer wie seit 2022 nicht mehr
Der europäische Gaspreis ist auf über 100 Euro je Megawattstunde gestiegen, zum ersten Mal seit Dezember 2022. Seit die USA Krieg gegen den Iran führen, kostet Gas dreimal so viel wie vorher. Grund ist die Angst vor knappem Flüssiggas, weil die Schifffahrt im Nahen Osten gestört ist. Die Rechnungen der Verbraucher steigen schon. Dünger-, Chemie- und Stahlfirmen fahren ihre Herstellung herunter.
Auch Öl zieht wieder an: Ein Barrel Brent kostet über 112 Dollar. Dahinter stecken Gerüchte, die USA und Israel könnten den Iran nach dem 3. November erneut angreifen. Am Mittwochabend sollte zudem die US-Notenbank über den Leitzins entscheiden. Erwartet wurde, dass die Zinsen bleiben, wo sie sind. Die Inflation in den USA liegt bei 3,7 Prozent.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







