STELLENABBAU

BASF verdient mehr und streicht trotzdem weiter Jobs

Der Chemiekonzern steigert sein operatives Ergebnis auf 1,64 Milliarden Euro, doch Vorstandschef Kamieth will weiter Personalkosten und Stellen abbauen.

Dirk Muchow·
Produktionsanlagen des Chemiekonzerns BASF am Stammsitz Ludwigshafen am Rhein
The Rhine between Ludwigshafen and Mannheim; a view downstream with the Kurt Schumacher Bridge and parts of the BASF complex in the backgrou · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Achim Lammerts (Syntaxys) / Wikimedia Commons, 2026-04-08 Rhein Ludwigshafen Mannheim (D500-97327M) by Achim Lammerts.jpg

Der Chemieriese BASF verdient wieder mehr und baut trotzdem weiter Stellen ab. Im dritten Quartal stieg das bereinigte operative Ergebnis von 1,43 auf 1,64 Milliarden Euro. Die Jahresprognose hob der Konzern erneut kräftig an.

Der Umsatz legte um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro zu. Dahinter stecken höhere Preise und Mengen. Für die Aktionäre blieb unterm Strich aber weniger übrig: 155 Millionen Euro, knapp zehn Prozent weniger. Ein Grund sind die Kosten für den Umbau.

7000 Stellen weg

Nach Angaben des Konzerns sank die Belegschaft weltweit von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 um rund 7000 Menschen. Firmenverkäufe und neue Jobs im chinesischen Werk Zhanjiang sind dabei herausgerechnet. In Ludwigshafen fiel die Zahl der Vollzeitstellen der Kerngesellschaft im Mai unter 30.000. Das gab es zuletzt 1954.

Schluss ist damit nicht. Vorstandschef Markus Kamieth erklärte, beim Senken der Personalkosten und damit beim Stellenabbau sei BASF noch nicht am Ende. Ob die besseren Zahlen daran etwas ändern, ließ der Konzern offen. In Ludwigshafen schützt eine Standortvereinbarung bis Ende 2028 vor betriebsbedingten Kündigungen. Weniger Beschäftigte kann es trotzdem geben.

Gewerkschaft kritisiert Sparkurs

Die Chemiegewerkschaft IGBCE sieht die Streichungen sehr kritisch. Mit jedem Abbau gingen Erfahrung und Know-how verloren, die übrigen Beschäftigten müssten immer mehr schultern, so ein Sprecher. Die Gewerkschaft fordert mehr Investitionen in Innovation, Qualifizierung und die deutschen Standorte.

Der Branchenverband VCI sieht für die deutsche Chemie keine ausreichenden Anzeichen für eine Trendwende. Das Umsatzplus komme vor allem über die Preise, bereinigt liege die Branche im Minus. Der Stellenabbau habe strukturelle Gründe und werde weitergehen, erklärt der Verband.

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Dirk Muchow · Herausgeber

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

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