IRAN-BANK
Nach über 60 Jahren: Finanzaufsicht wickelt iranische Bank in Hamburg ab
Die Bafin macht die Hamburger Niederlassung der Bank Saderat Iran endgültig dicht, rund 200.000 Euro Kundengeld bleiben vorerst eingefroren.

Schluss nach mehr als sechs Jahrzehnten! Die Finanzaufsicht Bafin lässt die Hamburger Zweigniederlassung der Bank Saderat Iran abwickeln. Seit 1962 war das Institut in Deutschland aktiv. Am 30. September 2026 hat das Amtsgericht Hamburg die FUW Treuhand Projekt Management GmbH als Abwickler eingesetzt.
Die Vorgeschichte: Schon bei einer Sonderprüfung 2023 fand die Bafin nach eigener Darstellung viele schwere Mängel in der Organisation der Bank. Beseitigt wurden sie nicht. Dazu kam, dass die Bank seit mehr als einem halben Jahr keine Geschäfte mehr machte. Am 5. November 2025 verlor sie ihre Lizenz, seit dem 8. Dezember 2025 gilt das unanfechtbar.
Die Abwicklung hat die Aufsicht am 11. Juni 2026 angeordnet. Zuerst wehrte sich die Bank dagegen, am 23. September 2026 zog sie ihre Rechtsmittel dann aber zurück. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.
Was passiert mit dem Geld der Kunden?
Bei der Niederlassung liegen noch rund 200.000 Euro an Einlagen. Nach Angaben der Bafin liegt derzeit kein Entschädigungsfall der deutschen Einlagensicherung vor. Aber: Ausgezahlt wird nur, wenn das Servicezentrum Finanzsanktionen der Bundesbank zustimmt. Wie lange das dauert und ob alle Kunden alles zurückbekommen, ist offen.
Der Grund dafür sind die EU-Sanktionen gegen Iran. Am 29. September 2025 hat der Rat der EU sie wieder in Kraft gesetzt. Seitdem ist das Vermögen iranischer Banken eingefroren.
Am Ende war die Bank klein: 13 Beschäftigte, 62,4 Millionen Euro Bilanzsumme Ende 2025, Standorte in Hamburg und Frankfurt am Main. Ihr Kerngeschäft war die Finanzierung von Exporten mit Iran-Bezug. Am 5. Oktober 2026 wurden vier Schüsse auf die Eingangstür der Hamburger Filiale abgegeben. Die Ermittlungen hat der Staatsschutz übernommen.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








