ÖL-POKER
Öl gegen Frieden? Washington soll mit Moskau über Geschäfte nach Kriegsende reden
Weißes Haus und Kreml sollen laut Berichten darüber sprechen, US-Ölkonzernen nach Kriegsende den Weg zurück nach Russland zu öffnen.

Die Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs kommen seit Langem nicht voran. Jetzt soll Geld helfen. Berichten zufolge prüft die Regierung von Donald Trump große Ölgeschäfte mit Russland. Amerikanische Firmen könnten demnach nach Kriegsende auf den russischen Ölmarkt zurückkehren.
Sachalin und Druschba
Im Zentrum sollen zwei Vorhaben stehen: das frühere amerikanisch-russische Gemeinschaftsprojekt vor der Insel Sachalin im Osten Russlands und neue Lieferungen von russischem Öl über die Druschba-Pipeline nach Europa. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff soll schon bei seinem Treffen mit Wladimir Putin Anfang September über mögliche Deals gesprochen haben.
Laut Berichten sind auch eine gemeinsame Produktion von Titan für den Flugzeugbau und neue Überflugrechte über Russland im Gespräch. Das würde Treibstoff sparen. US-Regierungsvertreter stellen klar: Alles käme erst nach Kriegsende und nur als Teil eines größeren Friedenspakets.
Ob die Konzerne mitziehen, ist offen. ExxonMobil, als einziger US-Konzern an dem Sachalin-Projekt beteiligt, hatte im vergangenen Jahr erklärt, keine Rückkehr zu planen. Ob sich daran etwas geändert hat, ist unklar.
Kiew ist empört
Anfang Oktober hatte Trump bereits einem Abkommen über Importe von russischem Diesel zugestimmt. Kiew reagierte empört, europäische Verbündete und viele im US-Kongress zeigten sich beunruhigt. Außerdem setzte Washington ein neues Sanktionspaket gegen russische Energieexporte aus.
Im kommenden Monat sind in Abu Dhabi Friedensgespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA geplant. Es wären die ersten seit Februar. Washington hofft dort auf Fortschritte.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.






