EZB-RÜCKTRITT
Lagarde wirft vorzeitig hin: EZB-Chefin geht schon im Februar
Christine Lagarde verlässt die Europäische Zentralbank am 7. Februar 2027, und jetzt beginnt das Rennen um ihren Posten.

Paukenschlag in Frankfurt: Christine Lagarde gibt die Führung der Europäischen Zentralbank vorzeitig ab. Am 7. Februar 2027 ist Schluss. Regulär wäre ihre achtjährige Amtszeit erst Ende Oktober 2027 ausgelaufen. Die Französin steht seit November 2019 an der Spitze der Notenbank.
Nachfolge vor der Wahl in Frankreich
Der frühe Abgang hat eine klare Folge: Die Nachfolge kann noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 geregelt werden. Amtsinhaber Emmanuel Macron darf dort nicht mehr antreten.
Schon seit Februar 2026 hieß es, Lagarde wolle früher gehen. Dahinter stand laut Berichten die Sorge, die eurokritische Rechte um Marine Le Pen könnte gewinnen und die Neubesetzung erschweren. Offiziell nennt Lagarde einen anderen Grund: Sie wolle sich künftig freier zu politischen Fragen äußern.
Merz will bis Jahresende entscheiden
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) lobte Lagarde. Sie habe die EZB in schwierigen Zeiten souverän geführt. Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone wollen die Nachfolge nach seinen Worten bis zum Jahresende klären. EU-Ratspräsident António Costa kündigte an, das Verfahren sofort zu starten.
Ins Spiel gebracht hat sich Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Deutschland hat die EZB noch nie geführt. Als Favoriten gelten aber der frühere niederländische Notenbankchef Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos, Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.
Gegen einen Deutschen könnte sprechen, dass Ursula von der Leyen bereits die EU-Kommission führt. EZB-Direktorin Isabel Schnabel wechselt im Januar zum Internationalen Währungsfonds. Im Juni endet zudem die Amtszeit von Chefökonom Philip R. Lane. Erwartet wird daher ein großes Personalpaket.
Sie wollen beim Postenpoker um die EZB den Überblick behalten? Abonnieren Sie jetzt den KLARTEXT-Newsletter!
Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.





