FLUT-SCHUTZ
Hubig und Klingbeil wollen Flut-Schutz in jeder Gebäudeversicherung
Justizministerin Hubig und Finanzminister Klingbeil haben Eckpunkte vorgelegt: Hochwasser und Starkregen sollen in neuen und alten Policen mitversichert sein.

Wenn das Wasser kommt, soll künftig die Versicherung zahlen und nicht mehr der Steuerzahler. Justizministerin Stefanie Hubig und Finanzminister Lars Klingbeil (beide SPD) haben Eckpunkte für ein Gesetz ausgearbeitet. Der Kern: Die Wohngebäudeversicherung soll auch Elementarschäden abdecken. Bislang ist das kein Standard.
Was geplant ist
- Neue Verträge sollen Schäden durch Hochwasser und Starkregen einschließen. Im Schadensfall sollen Eigentümer höchstens 20.000 Euro selbst tragen.
- Bestehende Policen sollen erweitert werden. Wer auf das Angebot seines Versicherers nicht reagiert, soll den Schutz nach einem Jahr automatisch bekommen.
- Geprüft wird eine günstigere Mindestversicherung. Dann müssten Eigentümer bis zu 100.000 Euro selbst zahlen.
Auch Mieter hat die Regierung im Blick. Hubig und Klingbeil wollen prüfen lassen, ob ein Gesetz Vermietern verbieten kann, die Kosten für den Elementarschutz auf ihre Mieter umzulegen.
Nur 59 Prozent abgesichert
Elementarschäden entstehen durch Überschwemmungen, Erdbeben oder Lawinen. Nach Zahlen der Versicherungswirtschaft verursachen extreme Naturereignisse hierzulande im Schnitt versicherte Schäden von zwei Milliarden Euro pro Jahr. Doch nur 59 Prozent der Wohngebäude sind gegen solche Gefahren versichert.
Ohne Police bleiben Eigentümer auf Reparatur und Wiederaufbau sitzen. Laut Hubig stehen Flutopfer bisher allein da, wenn der Staat nicht mit Steuergeld einspringt. Das will sie ändern.
Die Ministerin spricht vom ersten konkreten Vorschlag nach 25 Jahren. Sie will ihn breit diskutieren: mit den Ländern, mit Eigentümern, Mietern und den Versicherern. Der Schutz müsse bezahlbar bleiben, betont sie. Wie teuer die Police wird, hängt vom Wert des Hauses und vor allem von seiner Risikolage ab.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








