GELDWÄSCHE

Finanzministerium plant: Behörden sollen leichter an Konto- und Immobiliendaten kommen

Ein Entwurf aus dem Finanzministerium soll Geldwäsche-Aufsehern mehr Macht geben, etwa um verdächtige Zahlungen rascher anzuhalten und Konten zeitweise einzufrieren.

Dirk Muchow·
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit großen "STOP GAS" Banner davor. Das Banner war eine Protestaktion von Fridays for Future am 20.9.2025.
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit großen "STOP GAS" Banner davor. Das Banner war eine Protestaktion von Fridays for Future am · Lizenz: CC0 · Bild: Kr0l42 / Wikimedia Commons, BMWE mit Protestschriftzug davor.jpg

Das Bundesfinanzministerium will den Behörden im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung deutlich mehr Befugnisse geben. Ein Referentenentwurf sieht vor, dass Ermittler leichter an Konto- und Immobiliendaten kommen. Verdächtige Zahlungen sollen schneller gestoppt, Konten vorübergehend gesperrt werden können.

Was geplant ist

Die Geldwäsche-Aufseher sollen neue Befugnisse bekommen. Die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) soll Geldflüsse überwachen und Verdachtsfälle zügiger melden. Personenbezogene Daten aus dem Transparenzregister dürfen an zuständige Behörden gehen.

Ab 2029 sollen Behörden, vor allem Strafverfolger, über eine neue zentrale Zugangsstelle schneller an Informationen zum Immobilienbesitz kommen. Bei der Bafin soll eine Koordinierungsstelle die Geldwäsche-Aufsicht außerhalb der Finanzbranche vereinheitlichen. Barzahlungen beim Immobilienkauf sollen deutlich eingeschränkt werden.

Warum das Ganze

Hintergrund ist ein Paket aus Brüssel: Deutschland muss neue EU-Vorgaben bis zum 10. Juli 2027 umsetzen. An diesem Tag soll das Geldwäschegesetz von 2017 wegfallen und durch ein komplett neues Gesetz ersetzt werden.

Laut Ministerium beziffert das Bundeskriminalamt den Schaden durch Geldwäsche allein für 2025 auf 1,5 Milliarden Euro. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden gehen die Täter immer professioneller und digitaler vor.

Der Entwurf wird jetzt zwischen den Ministerien abgestimmt. Noch vor Jahresende soll das Kabinett ihn beschließen. Der Bundesrat muss nicht zustimmen.

Sie wollen wissen, was Berlin mit Ihren Daten vorhat? Abonnieren Sie den Newsletter von Dirk Muchow Klartext – täglich, unabhängig, ohne Rundfunkbeitrag.

Dirk Muchow · Herausgeber

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

Alle Beiträge · RSS

Mehr zum Thema

Aus dem Ressort Politik

Alle ansehen →

CDU-Mann Heck wechselt zum BSW

Sa
Rathaus Spandau in Berlin, Sitz der Bezirksverordnetenversammlung

Gauck will Linke regieren lassen

Fr
Altbundespräsident Joachim Gauck spricht bei einer Veranstaltung in Berlin

Krach weicht bei Lanz der Emde-Frage aus

Fr
Steffen Krach, SPD-Landeschef in Berlin, bei einem Pressetermin

Linke Klein führt Berliner Abgeordnetenhaus

Fr
1. Sitzung der 20. Wahlperiode des Abgeordnetenhauses von Berlin – Tobias Schulze (Die Linke) und Elif Eralp (Die Linke) gratulieren zur Wahl zur Präsidentin de

Linke entscheidet über Koalitionsgespräche

Fr
Halle des Dong Xuan Centers in Berlin-Lichtenberg mit Geschäften und Besuchern

Söder schlägt Alarm wegen Eralps Angst

Fr
Markus Söder (Vorsitzender der CSU auf dem CDU Parteitag 2019 am 23. November 2019 in Leipzig.