ELTERNGELD

Elterngeld soll erstmals seit 2007 steigen – Kürzung auf zwölf Monate vom Tisch

Mindestsatz 330 statt 300 Euro, Höchstsatz 1900 statt 1800 Euro: Das Familienministerium plant mehr Elterngeld und bleibt bei bis zu 14 Monaten.

Dirk Muchow·
Bundesfamilienministerin Karin Prien bei einem öffentlichen Auftritt
Handshake between Karin Prien and Hadja Lahbib (from left to right) · Lizenz: CC BY 4.0 · Bild: Europäische Kommission - Audiovisueller Dienst, Lukasz Kobus, Yügen, CE - Service audiovisuel, EC - Audiovisual Service / Wikimedia Commons, Visit of Karin Prien, German Federal Minister for Education, Family, Senior Citizens, Women and Youth, to the EC (P-069709-00-02).jpg

Kehrtwende beim Elterngeld! Nach Plänen von Familienministerin Karin Prien (CDU) soll die Leistung zum ersten Mal seit ihrer Einführung 2007 steigen. Der Mindestsatz soll von 300 auf 330 Euro wachsen, der Höchstsatz von 1800 auf 1900 Euro. Beschlossen ist das noch nicht: Der Gesetzentwurf steckt in der Abstimmung innerhalb der Regierung.

Zwölf Monate sind vom Tisch

Im Sommer wollte das Ministerium unter hartem Spardruck die Bezugsdauer noch von 14 auf zwölf Monate kappen. Nach heftiger Kritik ist das vom Tisch. Künftig sollen jedem Elternteil vier Monate fest zustehen, sechs weitere dürfen sich die Partner frei aufteilen. Alleinerziehende sollen weiter bis zu 14 Monate bekommen.

Neu ist auch die Rechnung: In den vier reservierten Monaten je Elternteil soll es 80 Prozent des Nettolohns vor der Geburt geben, in allen weiteren nur noch 50 Prozent. Bisher sind es meist rund 65 Prozent. Weihnachtsgeld soll künftig mitzählen. Eltern sollen wieder unbegrenzt gleichzeitig Elterngeld beziehen dürfen, der Geschwisterbonus soll länger fließen.

Ökonom: falsche Richtung

Sparen will Prien trotzdem: Ab 2030 sollen knapp 1,3 Milliarden Euro weniger ausgegeben werden – nach ihren eigenen Worten weniger als zuerst geplant. Ifo-Präsident Clemens Fuest hält die Sparziele damit für verfehlt. Aus Sicht des Haushalts gehe die Reform in die falsche Richtung, meint der Ökonom.

2025 flossen rund sieben Milliarden Euro an 1,6 Millionen Empfänger. Weil es nie einen Inflationsausgleich gab, hat das Elterngeld laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft rund 38 Prozent Kaufkraft eingebüßt. Wann die Reform greifen soll, ist noch offen.

Sie wollen wissen, wie es mit dem Elterngeld weitergeht? Abonnieren Sie den Newsletter von Dirk Muchow Klartext – oder unterstützen Sie unabhängigen Journalismus ohne Rundfunkbeitrag.

Dirk Muchow · Herausgeber

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

Alle Beiträge · RSS

Mehr zum Thema

Aus dem Ressort Politik

Alle ansehen →

CDU-Mann Heck wechselt zum BSW

Sa
Rathaus Spandau in Berlin, Sitz der Bezirksverordnetenversammlung

Gauck will Linke regieren lassen

Fr
Altbundespräsident Joachim Gauck spricht bei einer Veranstaltung in Berlin

Krach weicht bei Lanz der Emde-Frage aus

Fr
Steffen Krach, SPD-Landeschef in Berlin, bei einem Pressetermin

Linke Klein führt Berliner Abgeordnetenhaus

Fr
1. Sitzung der 20. Wahlperiode des Abgeordnetenhauses von Berlin – Tobias Schulze (Die Linke) und Elif Eralp (Die Linke) gratulieren zur Wahl zur Präsidentin de

Linke entscheidet über Koalitionsgespräche

Fr
Halle des Dong Xuan Centers in Berlin-Lichtenberg mit Geschäften und Besuchern

Söder schlägt Alarm wegen Eralps Angst

Fr
Markus Söder (Vorsitzender der CSU auf dem CDU Parteitag 2019 am 23. November 2019 in Leipzig.