ELTERNGELD
Elterngeld soll erstmals seit 2007 steigen – Kürzung auf zwölf Monate vom Tisch
Mindestsatz 330 statt 300 Euro, Höchstsatz 1900 statt 1800 Euro: Das Familienministerium plant mehr Elterngeld und bleibt bei bis zu 14 Monaten.

Kehrtwende beim Elterngeld! Nach Plänen von Familienministerin Karin Prien (CDU) soll die Leistung zum ersten Mal seit ihrer Einführung 2007 steigen. Der Mindestsatz soll von 300 auf 330 Euro wachsen, der Höchstsatz von 1800 auf 1900 Euro. Beschlossen ist das noch nicht: Der Gesetzentwurf steckt in der Abstimmung innerhalb der Regierung.
Zwölf Monate sind vom Tisch
Im Sommer wollte das Ministerium unter hartem Spardruck die Bezugsdauer noch von 14 auf zwölf Monate kappen. Nach heftiger Kritik ist das vom Tisch. Künftig sollen jedem Elternteil vier Monate fest zustehen, sechs weitere dürfen sich die Partner frei aufteilen. Alleinerziehende sollen weiter bis zu 14 Monate bekommen.
Neu ist auch die Rechnung: In den vier reservierten Monaten je Elternteil soll es 80 Prozent des Nettolohns vor der Geburt geben, in allen weiteren nur noch 50 Prozent. Bisher sind es meist rund 65 Prozent. Weihnachtsgeld soll künftig mitzählen. Eltern sollen wieder unbegrenzt gleichzeitig Elterngeld beziehen dürfen, der Geschwisterbonus soll länger fließen.
Ökonom: falsche Richtung
Sparen will Prien trotzdem: Ab 2030 sollen knapp 1,3 Milliarden Euro weniger ausgegeben werden – nach ihren eigenen Worten weniger als zuerst geplant. Ifo-Präsident Clemens Fuest hält die Sparziele damit für verfehlt. Aus Sicht des Haushalts gehe die Reform in die falsche Richtung, meint der Ökonom.
2025 flossen rund sieben Milliarden Euro an 1,6 Millionen Empfänger. Weil es nie einen Inflationsausgleich gab, hat das Elterngeld laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft rund 38 Prozent Kaufkraft eingebüßt. Wann die Reform greifen soll, ist noch offen.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








