SELBSTKRITIK
ARD-Chef Hager räumt Fehler bei der Berichterstattung über Migration ein
Ungewohnte Selbstkritik: ARD-Chef Florian Hager sieht Versäumnisse beim Thema Migration und hat Verständnis für Menschen, die AfD wählen.

Ungewohnte Töne aus der Chefetage der ARD: Florian Hager, ARD-Chef und Intendant des Hessischen Rundfunks, übt öffentlich Selbstkritik. In einem Podcast räumte er Fehler bei der Berichterstattung über Migration ein. Sein Befund: Womöglich war man nicht kritisch genug. Die Probleme vor Ort kamen zu kurz.
Verständnis für AfD-Wähler
Hager trennt dabei klar zwischen AfD-Politikern und den Menschen, die die Partei wählen. Er hält es für denkbar, dass Bürger nach Jahren ungelöster Probleme in ihrem Viertel irgendwann schlicht einen Wechsel wollen.
Auch beim Ton räumt der ARD-Chef etwas ein. Er hält es für möglich, dass der Rundfunk auf manche Menschen belehrend wirkt.
Problem in den Redaktionen
Hager spricht sogar ein strukturelles Problem an. Stammt der journalistische Nachwuchs vor allem aus Akademikerfamilien, droht eine Schieflage: In den Redaktionen sprechen dann irgendwann alle dieselbe Sprache. Und die ist nicht unbedingt die der Menschen, über die berichtet wird.
Jetzt zählen Taten
Die Reaktionen fallen bissig aus. Ein Kommentator spottet, auf solche Sätze aus den Sendern habe man lange gewartet. Er fordert: Auf die Worte müssen jetzt Taten folgen. Ein zweiter Kommentator lässt die Reue gar nicht gelten: Aus seiner Sicht haben die Sender Kritiker der Migrationspolitik jahrelang diffamiert.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








