OSTSEE-SCHUTZ
US-Marines wachen mit Finnland über Kabel und Pipelines in der Ostsee
Knapp 50 US-Marines verstärken die Nato-Mission „Baltic Sentry“ und überwachen mit finnischen Kräften Kabel und Pipelines am Grund der Ostsee.

Die USA schicken Spezialisten an die Ostsee. Knapp 50 Marines verstärken die Nato-Mission „Baltic Sentry“. Ihr Auftrag: Datenkabel und Pipelines am Meeresgrund schützen.
Die Soldaten waren schon zur Ausbildung in Europa. Jetzt geht es weiter in den Ostseeraum. Dort arbeiten sie mit der finnischen Küstenbrigade zusammen. Die Führung der Mission liegt bei europäischen Nato-Partnern. Die Amerikaner unterstützen.
Drohnen und Sensoren im Einsatz
Die Marines kommen aus dem 2. Aufklärungsbataillon der 2. Marine-Division und aus der Informationsgruppe der II. Marine Expeditionary Force. Beide Einheiten sind in Camp Lejeune im Bundesstaat North Carolina stationiert. An der Ostsee setzen sie kleine Drohnen und Sensoren für küstennahe Gewässer ein.
Die Aufklärer sammeln Daten. Die Informationsspezialisten werten sie aus und bereiten sie für die militärische Führung auf. Alles fließt in das gemeinsame Lagebild der Nato. Ein finnischer Marineoffizier sagte laut US-Marinekorps, Erfahrung, Können und Ausrüstung der Amerikaner ergänzten dieses Lagebild und hälfen bei der Beobachtung der Ostsee.
Gefahr am Meeresgrund
Über Unterseekabel läuft rund 95 Prozent des weltweiten Datenverkehrs. Die Leitungen werden immer öfter Ziel von Sabotage. Westliche Regierungen machen dafür unter anderem Russlands Schattenflotte verantwortlich. Seit den Explosionen an Nord Stream im September 2022 soll es mehr als ein halbes Dutzend weitere Versuche gegeben haben, Leitungen am Meeresboden zu beschädigen oder zu kappen.
Der Einsatz hat noch eine zweite Seite: Laut Marinekorps ist es der erste gemeinsame Einsatz der USA mit Finnland, seit das Verteidigungsabkommen beider Länder im September 2024 in Kraft trat.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








