KREML-DROHUNG
Putin droht Europa: Russland sei für einen Krieg bereit
Der Kremlchef erklärt sein Land für einen Krieg mit Europa bereit, will ihn nach eigenen Worten aber nicht und warnt vor einer Eskalation ohne Gewinner.

Neue Drohung aus Moskau! Am Donnerstag ließ Kremlchef Wladimir Putin wissen: Russland sei auf einen Krieg gegen Europa gefasst. Einen solchen Krieg wolle Russland zwar nicht. Wer ihn aber suche, solle sich darauf einstellen.
Putin sprach auf einer Pressekonferenz nach dem Russland-Afrika-Gipfel in Moskau. Damit reagierte er auf Warnungen aus Europa vor einem möglichen Krieg mit Russland bis 2030. Der Westen habe sein Ziel, Russland eine strategische Niederlage zu bereiten, verfehlt, behauptete der Kremlchef. Gehe die Lage zu weit, gebe es am Ende keinen Sieger.
Ostsee wie die Straße von Hormus?
Besonders heikel: Putin nahm die Ostsee ins Visier. Er warnte davor, das Meer in eine Konfliktzone wie die Straße von Hormus zu verwandeln. Dieser Seeweg ist einer der wichtigsten für den weltweiten Ölhandel. Europa geht gegen die russische Schattenflotte vor, über die Moskau die Ölsanktionen des Westens aushebelt. Auch das steht hinter der Warnung.
In der Ostsee wächst die Spannung seit Monaten: beschädigte Unterseekabel und Leitungen wie Estlink 2, gestörte GPS-Signale. Am 1. Oktober hielt der russische Grenzschutz einen deutschen Frachter im Finnischen Meerbusen mehrere Stunden fest.
Telefonat sorgte für Streit
Nur zwei Tage vorher hatte Putin rund 90 Minuten mit Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre telefoniert. Schweden und Dänemark kritisierten, der Vorstoß sei nicht ausreichend abgestimmt gewesen. Putin erklärte, Moskau unterstütze Schritte, die Beziehungen zu Europa wiederherzustellen.
Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer hat durchgerechnet: Ab 2029 könnte Moskau in der Lage sein, einen großen Krieg mit herkömmlichen Waffen gegen die Nato zu führen. Störmanöver seien schon viel früher möglich.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







