KREML-DROHUNG

Putin droht Europa: Russland sei für einen Krieg bereit

Der Kremlchef erklärt sein Land für einen Krieg mit Europa bereit, will ihn nach eigenen Worten aber nicht und warnt vor einer Eskalation ohne Gewinner.

Dirk Muchow·
Wladimir Putin bei einem öffentlichen Auftritt am Rednerpult
Vladimir Putin with his parents (Vladimir Putin (Q19300851) and Maria Putina (Q19300864)) in 1985 before his departure to the GDR · Lizenz: CC BY 4.0 · Bild: Unknown authorUnknown author / Wikimedia Commons, Vladimir Putin with parents in 1985.jpg

Neue Drohung aus Moskau! Am Donnerstag ließ Kremlchef Wladimir Putin wissen: Russland sei auf einen Krieg gegen Europa gefasst. Einen solchen Krieg wolle Russland zwar nicht. Wer ihn aber suche, solle sich darauf einstellen.

Putin sprach auf einer Pressekonferenz nach dem Russland-Afrika-Gipfel in Moskau. Damit reagierte er auf Warnungen aus Europa vor einem möglichen Krieg mit Russland bis 2030. Der Westen habe sein Ziel, Russland eine strategische Niederlage zu bereiten, verfehlt, behauptete der Kremlchef. Gehe die Lage zu weit, gebe es am Ende keinen Sieger.

Ostsee wie die Straße von Hormus?

Besonders heikel: Putin nahm die Ostsee ins Visier. Er warnte davor, das Meer in eine Konfliktzone wie die Straße von Hormus zu verwandeln. Dieser Seeweg ist einer der wichtigsten für den weltweiten Ölhandel. Europa geht gegen die russische Schattenflotte vor, über die Moskau die Ölsanktionen des Westens aushebelt. Auch das steht hinter der Warnung.

In der Ostsee wächst die Spannung seit Monaten: beschädigte Unterseekabel und Leitungen wie Estlink 2, gestörte GPS-Signale. Am 1. Oktober hielt der russische Grenzschutz einen deutschen Frachter im Finnischen Meerbusen mehrere Stunden fest.

Telefonat sorgte für Streit

Nur zwei Tage vorher hatte Putin rund 90 Minuten mit Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre telefoniert. Schweden und Dänemark kritisierten, der Vorstoß sei nicht ausreichend abgestimmt gewesen. Putin erklärte, Moskau unterstütze Schritte, die Beziehungen zu Europa wiederherzustellen.

Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer hat durchgerechnet: Ab 2029 könnte Moskau in der Lage sein, einen großen Krieg mit herkömmlichen Waffen gegen die Nato zu führen. Störmanöver seien schon viel früher möglich.

Sie wollen wissen, wie es weitergeht? Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von Dirk Muchow Klartext!

Dirk Muchow · Herausgeber

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

Alle Beiträge · RSS

Mehr zum Thema

Aus dem Ressort Ausland

Alle ansehen →

Albanien: Wut auf Rama und Luxusresorts

Fr
Albaniens Ministerpräsident Edi Rama spricht bei einem Auftritt vor Mikrofonen

Zyklon „Arnab“ wütet in Ostindien

Fr
Sturmwolken und Starkregen über einer Küstenregion im Osten Indiens

KP wirft 33 Spitzenkader raus

Fr
Xi Jinping spricht am Rednerpult in der Großen Halle des Volkes in Peking

Senat: Zuschauer sollen für Krawalle zahlen

Fr
Plenarsaal des französischen Senats im Palais du Luxembourg in Paris während einer Sitzung

Teheran spricht über Kriegsende

Fr
Irans Außenminister Abbas Araghtschi bei einem offiziellen Termin

Hormus: Tanker offenbar erneut getroffen

Fr
Öltanker auf See in der Straße von Hormus am Persischen Golf