BUNDESWEHR
Soldatinnen berichten von Belästigung, Mobbing und Missbrauch
Seit 25 Jahren steht Frauen in der Truppe jeder Dienstgrad offen, doch viele Soldatinnen schildern Übergriffe. Der Vorwurf: Es werde weggeschaut.

Sie tragen Uniform und dienen ihrem Land. Und viele von ihnen erleben nach eigenen Worten Übergriffe. Soldatinnen der Bundeswehr berichten, dass sie belästigt, gemobbt und missbraucht wurden.
Dabei ist die Gleichstellung auf dem Papier längst Alltag. Seit 25 Jahren steht Frauen in der Truppe jeder Dienstgrad offen. Wer den Soldatinnen zuhört, merkt: Offene Türen allein schützen nicht.
Der Vorwurf: Wegschauen
Im Zentrum steht nicht nur das Verhalten einzelner Kameraden. Erhoben wird ein schwererer Vorwurf: In der Bundeswehr herrsche eine Kultur des Wegschauens. Wer Übergriffe mitbekommt, greife demnach nicht ein. Das ist eine Deutung, kein Urteil. Doch für eine Armee, die auf Vertrauen und Kameradschaft baut, wiegt sie schwer.
Was die Truppe klären muss
Zu klären ist, wie viele Soldatinnen betroffen sind, wer von den Vorfällen wusste und welche Folgen es für Vorgesetzte hat, falls sie nichts unternommen haben.
Gefordert ist die Führung der Bundeswehr. Sie muss dafür sorgen, dass Frauen in Uniform ohne Angst dienen können.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








