ABSTURZ IN BOSNIEN
EU-Hubschrauber in Bosnien abgestürzt – vier Tote, elf Verletzte
Ein italienischer Militärhubschrauber der EU-Friedenstruppe ist im Nordosten von Bosnien-Herzegowina abgestürzt, vier Menschen kamen ums Leben.

Schweres Unglück auf dem Balkan: In Bosnien-Herzegowina ist ein Militärhubschrauber der EU-Friedenstruppe Eufor Althea abgestürzt. Vier Menschen sind tot, elf weitere verletzt. Das teilte die EU-Mission am Donnerstagabend mit.
Die Maschine war ein italienischer CH-47 Chinook. Sie stürzte am Nachmittag nahe dem Dorf Gorice im Gebiet Brčko ab, an der Grenze zu Kroatien. Der riesige Transporthubschrauber mit zwei Rotoren war nach Angaben der EU-Mission auf einem Routineflug, rund 180 Kilometer nordöstlich von Sarajevo.
Alle Insassen aus Italien
Laut der Regierung in Rom stammten alle Insassen aus Italien. Die meisten waren Soldaten. Unter den Toten sind auch zwei Angehörige des Roten Kreuzes. Zivilisten am Boden wurden nach Angaben der EU-Mission nicht verletzt, Gebäude oder Anlagen blieben unbeschädigt.
Wie es zu dem Absturz kam, ist noch offen. Italiens Botschafterin in Bosnien-Herzegowina, Sarah Castellani, sagte im Fernsehen, das Unglück sei direkt nach dem Start passiert. Staatspräsident Sergio Mattarella sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.
Auch die Bundeswehr ist dabei
Die EU-Mission sichert seit 2004 das Friedensabkommen von Dayton, das 1995 den Bosnien-Krieg beendete. Italien führt die Truppe seit Jahresbeginn. Mehr als tausend Soldaten sind im Land, auch aus Deutschland: Die Bundeswehr ist seit August 2022 mit bis zu 50 Soldaten beteiligt.
Ruhe herrscht in Bosnien-Herzegowina auch drei Jahrzehnte nach dem Krieg nicht. Zwischen Serben, Kroaten und bosnischen Muslimen gibt es weiter starke Spannungen. Bei den bosnischen Serben gibt es Bestrebungen, sich abzuspalten oder Serbien anzuschließen.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








