WELTRAUM-GENERAL
Bundeswehr-Weltraumchef ist sicher: Da draußen gibt es Leben
Generalmajor Michael Traut ist fest von außerirdischem Leben überzeugt, die echte Gefahr im All sieht er aber bei Russland.

Der oberste Weltraum-Soldat der Bundeswehr hat eine klare Meinung: Generalmajor Michael Traut (61), Chef des Weltraumkommandos, ist fest überzeugt, dass es im All andere Lebensformen gibt. Daran hat er nach eigenen Worten keinerlei Zweifel. Das sagte der Luftwaffen-Offizier in einem Magazin-Interview.
Angst vor einer Alien-Invasion? Fehlanzeige. Eine Bedrohung durch Außerirdische, gegen die Deutschland aufrüsten müsste, sieht Traut nicht. Zuerst müsse man sich auf Gefahren einstellen, die von Menschen ausgehen. Davon gebe es schon genug. Dass die Truppe je Kontakt zu Außerirdischen bekommt, hält er wegen der gewaltigen Größe des Universums ohnehin für unwahrscheinlich.
Die echte Gefahr heißt Russland
Konkret wird der General beim Kreml. Russland könne nach seinen Worten theoretisch schon heute fremde Satelliten im All zerstören. Seit einigen Jahren stehe zudem die Frage im Raum, ob Moskau an Technik arbeitet, um einen Atomsprengkörper in die Umlaufbahn zu bringen. Der Weltraumvertrag verbietet das. Trauts Gegenfrage: Wer solle Russland dafür bestrafen – etwa der UN-Sicherheitsrat?
Vor rund anderthalb Wochen näherte sich ein russischer Satellit einem Radarsatelliten bis auf 200 Meter. Diesen nutzt womöglich auch die Ukraine. Ob Angriff oder Einschüchterung, ist offen. Fachleute sehen darin eine neue Eskalationsstufe im All.
Kommando am Niederrhein
Traut ist der erste Chef des 2021 gegründeten Weltraumkommandos. Von Uedem am Niederrhein aus bündelt es alle Weltraum-Aufgaben der Truppe: Lagebild, Schutz eigener Satelliten, Überwachung von Weltraumschrott und gegnerischen Satelliten. Künftig soll die Einheit auch eigene Angriffe im All planen und ausführen können.
Sie wollen wissen, was im All und in Berlin wirklich los ist? Abonnieren Sie jetzt den KLARTEXT-Newsletter!
Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








