WAFFENRUHE HÄLT
Oleschky: Waffen schweigen – jetzt werden die Fluchtwege von Minen geräumt
Seit Dienstag schweigen die Waffen um die eingeschlossene Stadt am Dnipro – jetzt werden die Zugangsstraßen von Minen befreit.

Seit Dienstag schweigen die Waffen rund um Oleschky. Russland und die Ukraine melden übereinstimmend: Die Feuerpause an der Dnipro-Front hält. Jetzt werden die Zugangsstraßen der eingeschlossenen Stadt von Minen geräumt. Das bestätigten die Menschenrechtsbeauftragten beider Länder, Jana Lantratowa und Dmytro Lubinez.
Hunger, kein Strom, kein Wasser
Die Lage ist dramatisch. Von einst 24.000 Einwohnern harren noch bis zu 2000 in der Stadt aus. Strom, Gas und Wasser gibt es seit der Sprengung des Kachowka-Staudamms 2023 nicht mehr. Bewohner berichten, sie kochen Unkraut aus dem Garten oder jagen Tauben, um nicht zu verhungern.
Vermittelt haben die Waffenruhe US-First-Lady Melania Trump und Papst Leo XIV. Nach Angaben von Offiziellen gilt sie inzwischen in der ganzen Region Cherson. Ein führender Abgeordneter aus Selenskyjs Partei nennt als Ende Sonntag, 1. November, 22:59 Uhr ukrainischer Zeit.
Wohin geht die Flucht?
Hilfsgüter sollen womöglich schon am Donnerstag in die Stadt kommen, die Evakuierung ist für Freitag geplant. Rund 500 Menschen hatten bis Dienstag Interesse angemeldet. Doch die Route ist offen.
Von Moskau eingesetzte Beamte sprechen von einer Ausreise über die besetzte Krim. Einem unbestätigten Bericht zufolge sollen Ausreisende über Anapa in Südrussland und Gomel in Belarus in die Ukraine gelangen.
Kiew ist misstrauisch. Präsident Selenskyj glaubt, die Russen räumen die Minen so, dass die Menschen nach Osten gelenkt werden. Kremlchef Putin nannte Oleschky in einem Telefonat eine „russische Siedlung“. Eine US-Denkfabrik warnt: Moskau könnte Bewohner mit russischem Pass als eigene Bürger behandeln und ihnen die Rückkehr verwehren.
KLARTEXT bleibt dran – ohne Rundfunkbeitrag, nur von Lesern bezahlt. Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter!
Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








