JUDENHASS
Neue Antisemitismusbeauftragte schlägt Alarm: Judenhass wird offen gezeigt
Katharina von Schnurbein warnt: Judenhass werde so offen gezeigt wie wohl noch nie seit der Schoah, Antisemiten fürchteten keine Folgen mehr.

Klare Worte zum Start im neuen Amt: Katharina von Schnurbein ist die neue Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung. Sie sieht Deutschland an einem gefährlichen Punkt. So offen wie heute sei Judenhass seit der Schoah wohl nie verbreitet worden, sagte sie in einem Interview. Antisemiten zeigten sich ohne jede Scham.
Verschwunden sei der Hass auf Juden nie, betont die Politikwissenschaftlerin. Neu sei etwas anderes: Wer sich heute antisemitisch äußere, rechne nicht mehr mit Folgen.
Elf Jahre Erfahrung in Brüssel
Von Schnurbein folgt auf Felix Klein. Er hatte das Amt acht Jahre lang geführt und war Ende August ausgeschieden. Seitdem war der Posten beim Bundesinnenministerium unbesetzt. Davor kämpfte von Schnurbein elf Jahre lang bei der EU-Kommission gegen Antisemitismus. Dort war sie die zuständige Beauftragte.
Ihr Ziel: Normalität für jüdisches Leben
Langfristig will sie, dass jüdisches Leben in Deutschland ganz normal wird. So normal, dass kaum jemand darauf achtet, ob sein Gegenüber Jude ist. Deutschland soll nach ihrem Willen in Europa zum Antreiber im Kampf gegen Judenhass werden.
Dabei denkt sie vor allem an Kinder. Jüdische Schüler sollen auf dem Pausenhof nicht mehr angefeindet werden. „Jude“ darf kein Schimpfwort sein. Und an jüdischen Schulen soll der Unterricht ohne Polizeischutz und Panzerglas auskommen.
Auch die extremen Ränder der Politik nimmt sie ins Visier: Islamisten, Linke und Rechte. Diese Lager hätten zwar kaum etwas gemeinsam. Bei Antizionismus und Antisemitismus aber fänden sie zusammen.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







