KONTROLLZONE
Gewalt fast verdoppelt: Polizei macht Teile von Elmshorns City zur Kontrollzone
Gewalttaten plus 82 Prozent, Eigentumsdelikte plus 140 Prozent: In Teilen der Elmshorner Innenstadt darf die Polizei jetzt ohne Anlass kontrollieren.

In Elmshorn zieht die Polizei die Notbremse. Die Polizeidirektion Bad Segeberg hat Teile der Innenstadt zum Kontrollbereich erklärt. Im Klartext: Beamte dürfen dort Menschen überprüfen und durchsuchen, auch wenn kein konkreter Verdacht vorliegt.
Die Zahlen
Im betroffenen Gebiet zählte die Polizei zuletzt 20 Gewaltdelikte. Ein Jahr davor waren es elf. Das ist ein Plus von 82 Prozent. Bei den Eigentumsdelikten stieg die Zahl von 15 auf 36 Fälle, also um 140 Prozent. Verglichen wurden die zwölf Monate bis Ende September 2025 mit den zwölf Monaten bis Ende September 2026.
Spielhallen statt Läden
Brennpunkt ist der untere Flamweg. Nach Angaben der Polizei hat sich das Viertel stark gewandelt. Viele Geschäfte machten dicht. Dafür kamen Friseure, Tattoo-Studios, Spielhallen, Bars und Lounges. Die Folge: Auch abends und nachts sind dort viel mehr Menschen unterwegs.
Anwohner und öffentliche Stellen meldeten immer wieder Straftaten. Die Polizei prüfte die Hinweise mit Kontrollen und Streifen und fand sie bestätigt.
Zur Zone gehören neben dem Flamweg auch Abschnitte von Wedenkamp, Marktstraße, Sandberg, Neuer Straße und Schulstraße. Dazu kommen der Hintersteig, Teile des Vordersteigs und die öffentlichen Bereiche im Parkhaus Neuer Markt.
Mehr Streifen bis Februar
Zusätzlich sollen mehr Streifen unterwegs sein. Die Polizei will Straftaten eindämmen, bisher unentdeckte Taten ans Licht bringen und dafür sorgen, dass sich die Menschen wieder sicherer fühlen. Die Regel gilt vorerst bis zum 1. Februar 2027. Ob sie nötig bleibt, soll bis dahin regelmäßig geprüft werden.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.







