AFD-LEAK
Weidel wollte ihn rauswerfen – jetzt sitzt er neben ihr im Vorstand
Hacker stellen über 421.000 AfD-Mails ins Netz – darunter Hetze, Nazi-Bilder und eine brisante Mail von Parteichefin Alice Weidel.

Ein riesiger Datenberg: Unbekannte Hacker haben 281 Gigabyte aus elf AfD-Konten erbeutet und frei ins Netz gestellt. Mehr als 421.000 Mails, rund 50.000 PDF-Dateien und 40.000 Bilder aus der Zeit von 2013 bis September 2026. Die AfD bestätigt den Hack. Nach ersten Prüfungen halten IT-Experten die Daten für weitgehend echt.
Vieles davon ist Ballast: Spam, Werbung und Zuschriften von Anhängern. Viele dieser Zuschriften strotzen vor Rassismus und Antisemitismus. Es gibt aber auch Brisantes. Den Mails zufolge haben leitende Leute eines AfD-Kreisvorstands in NRW offenbar menschenverachtende Bilder verbreitet. Dazu kommen Ausweisdaten führender AfD-Politiker.
Weidel: „Raus. Sofort.“
Besonders pikant ist eine Mail von Alice Weidel aus dem September 2015. Damals hatte der NRW-Vize der Jungen Alternative, Maximilian Kneller, eine junge Demonstrantin auf Facebook mit einem menschenverachtenden Post angegangen. Weidel schrieb an die damalige Parteichefin Frauke Petry: „Raus. Sofort.“ Danach beantragte sie ein Ausschlussverfahren.
Kneller trat zurück. Aus der Partei geworfen wurde er nie. 2025 zog er für die AfD in den Bundestag ein. Seit dem Parteitag in Erfurt im Juli sitzt er als Beisitzer im Bundesvorstand. Und dessen Chefin heißt Weidel.
Bis alles ausgewertet ist, können Monate vergehen. Die Daten könnten in der Debatte um ein mögliches AfD-Verbotsverfahren und beim Blick auf die Spendenaffäre noch eine Rolle spielen.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.






