FLUT-ALARM SPANIEN

Sturmtief flutet Spaniens Osten: Mindestens vier Tote

Mehr als 600 Liter Regen pro Quadratmeter an manchen Orten: Menschen in Valencia und Alicante flüchten auf Dächer, rund 2.000 räumen Campingplätze.

Dirk Muchow·
Überflutete Straße in einer spanischen Küstenstadt nach heftigem Starkregen
Taulell que indica l'altura de l'aigua a la riuada de 1957, València. · Lizenz: CC BY-SA 3.0 · Bild: Joanbanjo / Wikimedia Commons, Taulell que indica l'altura de l'aigua a la riuada de 1957, València.JPG

Land unter an Spaniens Ostküste! Ein heftiges Sturmtief hat in den Provinzen Valencia und Alicante Straßen und ganze Ortschaften geflutet. Mindestens vier Menschen sind tot. Manche retteten sich vor dem Wasser auf die Dächer ihrer Häuser.

Die Regenmengen sind gewaltig: Aus einzelnen Orten meldeten die Behörden mehr als 600 Liter pro Quadratmeter binnen 24 Stunden. Laut dem spanischen Wetterdienst Aemet ist das etwa doppelt so viel, wie in der Region Alicante sonst im ganzen Jahr fällt.

Zwei Tote in Oliva

Am härtesten traf es den Küstenort Oliva, rund 70 Kilometer südlich von Valencia. Dort starben eine 79-jährige Frau und ein 64-jähriger Mann. Etwa 2.000 Menschen mussten laut Bürgermeisterin sieben Campingplätze verlassen.

Schon am Wochenende waren in Sagunto nördlich von Valencia ein Mensch und in Cabrera de Mar bei Barcelona eine Frau ums Leben gekommen. Die Regionalregierung rief die zweithöchste Notfallstufe aus. Der Katastrophenschutz in Valencia forderte alle auf, zu Hause zu bleiben – unterwegs gebe es kein Durchkommen mehr.

Mallorca kommt glimpflich davon

Auf Mallorca galt wegen Sturmtief „Adam“ die höchste Warnstufe Rot. Schulen auf Mallorca, Ibiza und Formentera blieben zu, Dutzende Flüge fielen aus, die Armee schickte Soldaten auf die Inseln. Am Ende fiel das Unwetter dort schwächer aus als befürchtet, größere Schäden wurden nicht gemeldet. Der Flugverkehr läuft wieder weitgehend normal.

Die Angst sitzt tief: Im Oktober 2024 starben bei der Flutkatastrophe in der Region Valencia mindestens 229 Menschen. Experten zufolge sorgt der Klimawandel auch in Spanien für häufigere und heftigere Unwetter. Laut Aemet erlebte Spanien in diesem Jahr den heißesten Sommer und auf dem Festland den heißesten September seit Beginn der Aufzeichnungen.

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