HABECK
Habeck nennt die Wärmepumpe bekloppt – und die ARD schenkt ihm die Sendezeit
Robert Habeck beschimpft bei Caren Miosga die Wärmepumpe, zu der er Millionen Deutsche gedrängt hat, und bereitet sein Comeback vor.

Robert Habeck saß am Sonntagabend zur besten Sendezeit bei Caren Miosga in der ARD. Dort nannte er die Wärmepumpe sinngemäß bekloppt. Genau die Wärmepumpe, zu der er als Minister Millionen Deutsche gedrängt hat. Für mich ist das keine Talkshow. Das ist eine Dauerwerbesendung für sein Buch und der Startschuss für sein politisches Comeback.
Es ist irre, was die ARD und Caren Miosga dort gemacht haben. Sie laden einen ehemaligen Minister ein, der Deutschland bei der Energieversorgung zerstört hat, und lassen ihn eine Dreiviertelstunde schwurbeln. Ohne erkennbaren Anlass. Werbezeit zur besten Sendezeit, damit er sein Buch vermarkten kann.
Der Blick vom Nordpol
Habeck hat jetzt seinen Nordpol-Trip. Er sagt, wenn er vom Nordpol aus auf Europa und auf Deutschland schaue, dann sehe er, dass wir uns nichts einreden sollten. Nicht bei der Rente mit 63. Und nicht bei der, so wörtlich, blöden Wärmepumpendebatte.
Wenn ich noch einmal vom Nordpol aus auf Deutschland schauen darf.
Das ist sein neues Narrativ. Damit wird er jetzt öfter auftreten. Von dem Buch habe ich 20 Seiten gelesen, das hat gereicht. Kompletter Unsinn. Das kannst du auch von einer Maschine schreiben lassen.
Dazu die Spitzen gegen Friedrich Merz. Irgendjemand müsse Merz ja gewählt haben, er sei es nicht gewesen, und jetzt seien alle so erstaunt, dass Merz so ist, wie Merz eben ist. Sein erstes Interview in Freiheit, sagt er. Da musste alles raus.
Ein Tritt für Millionen Wärmepumpenkäufer
Der eigentliche Skandal steckt in einem Nebensatz. Er wolle nicht die ganze Zeit über diese bekloppte Wärmepumpe reden, sagte er. Wer als verantwortlicher Minister Menschen in diese Technik gedrängt hat und sie hinterher so abräumt, der tritt Millionen Käufern in den Hintern.
Ich sage es klar: Wäre ich Wärmepumpenkäufer und Habeck hätte mich dazu gezwungen, ich würde auf die Barrikaden gehen. Du zwingst mich zum Kauf, und danach nennst du das Ding bekloppt. Das ist keine Selbstkritik. Das ist Verachtung für die eigenen Wähler und für alle, die ihm geglaubt haben.
Stromnotstandsland Deutschland
Deutschland ist heute ein Stromnotstandsland. Wir erinnern uns alle, wie die Grünen geredet haben: Wir haben kein Stromproblem, wir haben ein Wärmeproblem. In Hamburg fehlt Strom, in Frankfurt fehlt Strom für neue Industrieansiedlungen und große Projekte.
Das haben wir den Verordnungen und Gesetzen zu verdanken, die Habeck auf den Weg gebracht hat. Das Energieeffizienzgesetz und all die anderen Regelwerke sind bis heute nicht aufgehoben. Die Folgen bezahlen wir alle, und zwar bitter.
Habeck hat als Wirtschaftsminister vollendet, was Angela Merkel angefangen hat: die Zerstörung der Atomkraftwerke und die Abschaltung der Kohlekraftwerke. Er konnte sein Glück kaum fassen. Deshalb hat er sich das Energieressort gesichert. Niemand hat sich etwas Schlimmes dabei gedacht.
Warum er ausgerechnet jetzt auftaucht
Habeck ist nicht ohne Grund da. Er hat erkannt, dass die CDU zerfällt und dort ein Vakuum entsteht. Daraus ergeben sich neue Regierungsmöglichkeiten: SPD, Grüne und CDU, oder eben auch mit der Linkspartei. Und er sieht sich als einer, der stärker werden kann als SPD, Linke und CDU.
Die Rechnung ist simpel. Wird die CDU von der AfD auf 15 Prozent zusammengeprügelt, sehen die Grünen ihre Chance in Richtung 20 Prozent. Irgendwo müssen die Wähler ja hin. Wer nicht zur AfD geht, landet bei den Grünen.
In den Wählerwanderungen ist das längst ablesbar. Es gibt Wähler, die von der CDU zu den Grünen gehen. Entweder zurück dorthin, wo Angela Merkel sie einst abgeholt hat. Oder es sind Akademiker, die sagen: bevor ich AfD wähle, lieber grün.
Die Chance nach Baerbock
Habeck wittert seine Chance, nachdem Annalena Baerbock weg ist. Sie hatte ihn arrogant abqualifiziert: Sie komme aus dem Völkerrecht, er züchte Schweine. Er hat damals cool gelacht. Jetzt ist der Platz frei.
Gäbe es für ihn keinen Markt, würde er keine Bücher schreiben. Er hat sich seine neue Geschichte zurechtgelegt. Wir müssen davon ausgehen, dass er wieder aktiv wird und in die Politik eingreift. Bundespräsident im Januar 2027? Oder gleich Kanzler? Er will zurück.
Und die ARD liefert die Bühne. Miosga himmelt ihn an, nicht ganz so wie beim ersten Mal, aber die Ausschnitte kursieren bei X. Das ist das, was uns noch gefehlt hat: Robert Habeck als Kanzler, der seine zerstörerische Politik fortsetzt.

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








