AFD-LEAKS
Geleakte Mails: So hart urteilte Weidel einst über die Ost-AfD
In mutmaßlich internen AfD-Mails, die Hacker veröffentlicht haben, ging Alice Weidel einst hart mit Parteifreunden in Sachsen-Anhalt und Thüringen ins Gericht.

Brisanter Datenfund! Hacker haben Hunderttausende E-Mails ins Netz gestellt, die aus dem Innenleben der AfD stammen sollen. Die Partei räumt einen Angriff auf ihren Hosting-Anbieter ein. Kopiert wurden nach ihren Angaben Daten aus Postfächern, die größtenteils nicht mehr in Gebrauch waren.
Besonders pikant sind die Zeilen von Alice Weidel. 2017 fragte sie in einer Mail nach „Durchgriffsmöglichkeiten“ gegen Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aussagen von Parteifreunden dort hielt sie damals für dumm, rechts und für schwer schädlich für die Partei.
Schon 2015 schlug sie Alarm. In einer Mail an die damalige Parteichefin Frauke Petry warnte sie, die Nähe zu Pegida und NPD im Osten koste die AfD im Westen das bürgerliche Lager. Der damalige Landeschef von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, widersprach binnen einer Dreiviertelstunde und verlangte eine Erklärung. Am Ende bat Weidel ihn um seine Telefonnummer.
Auch die Identitäre Bewegung war Weidel ein Dorn im Auge. Einen Vorstandsbeschluss von 2016, nach dem es keine Zusammenarbeit gebe, hielt sie für zahnlos. Das schrieb sie an Beatrix von Storch. Heute verwendet Weidel selbst den von den Identitären verbreiteten Begriff Remigration, allerdings in engerer Bedeutung.
Über die heutige Spitze der AfD in Sachsen-Anhalt enthalten die ausgewerteten Mails kaum Hinweise auf Fehlverhalten. Dort könnte die Partei in wenigen Wochen erstmals Regierungsverantwortung übernehmen. Ulrich Siegmund, der die Fraktion gemeinsam mit Oliver Kirchner führt, soll Ministerpräsident werden.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.






