ANTISEMITISMUS
Israel-Fahnen geklaut: JU berichtet von Hitler-Vergleichen am Infostand
Am Erlanger Infostand der Jungen Union zum Synagogen-Neubau griff ein Betrunkener nach Israel-Fahnen, die JU klagt über antiisraelische Stimmung.

Eigentlich wollte die Junge Union in Erlangen nur informieren. Zusammen mit der Jüdischen Kultusgemeinde baute sie in der Nacht auf Sonntag einen Infostand in der Nürnberger Straße auf. Das Thema war die geplante neue Synagoge der Stadt. Die Veranstalter wollten mit jungen Leuten ins Gespräch kommen.
Dann kippte die Lage. Polizei und JU zufolge nahm ein 19-Jähriger in der Nacht zum 25. Oktober mehrere Israel-Fahnen vom Stand. Leute vor Ort hielten ihn fest, bis die Beamten kamen. Die Polizei nahm den Mann in Gewahrsam. Sein Alkoholtest zeigte mehr als zwei Promille.
JU: Hitler-Vergleiche und Leugnung des 7. Oktober
Die JU spricht von einer antiisraelischen Stimmung am Stand. Nach ihrer Darstellung kam sie vor allem aus migrantischen Gruppen. Einzelne Jugendliche hätten die Terroranschläge vom 7. Oktober geleugnet oder Hitler-Vergleiche gezogen. Außerdem seien Helfer der JU leicht verletzt worden.
Trotzdem zieht die JU eine überraschende Bilanz: Insgesamt sei der Austausch konstruktiv gewesen. Selbst in Debatten mit 12- bis 14-Jährigen seien aber erschreckend tief sitzende Ressentiments sichtbar geworden.
Der stellvertretende JU-Vorsitzende Felix Schieber will nicht zurückweichen. Jüdisches Leben gehöre in die Mitte der Gesellschaft. JU-Vorsitzende Sophia Schenkel kündigt null Toleranz bei Antisemitismus an. Dabei sei egal, ob er von rechts, von links oder von Zuwanderern komme.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.








