BSW-AUSSTEIGER

Ex-BSW-Mann Pürner rechnet mit Wagenknecht ab: Partei habe sich in Thüringen verkauft

Europaabgeordneter Friedrich Pürner wirft dem BSW in seinem neuen Buch vor, nach der Thüringen-Wahl die eigenen Versprechen aufgegeben zu haben.

Dirk Muchow·
Sahra Wagenknecht (* 16. Juli 1969 in Jena als Sarah Wagenknecht) ist eine deutsche Politikerin der Partei Die Linke, promovierte Volkswirtin und Publizistin.
Sahra Wagenknecht (* 16. Juli 1969 in Jena als Sarah Wagenknecht) ist eine deutsche Politikerin der Partei Die Linke, promovierte Volkswirti · Lizenz: CC BY-SA 3.0 de · Bild: Sven Teschke / Wikimedia Commons, 2014-09-11 - Sahra Wagenknecht MdB - 8296.jpg

Er kam als Quereinsteiger – jetzt packt er aus! Friedrich Pürner ist Arzt und Europaabgeordneter. Im Februar hat er das BSW verlassen. Jetzt legt er nach: In seinem neuen Buch „Das System Wagenknecht“ geht er mit seiner früheren Partei und deren Gründerin Sahra Wagenknecht hart ins Gericht.

Wendepunkt Thüringen

Nach seiner Darstellung kippte alles nach der Landtagswahl in Thüringen. Das BSW holte dort 15,8 Prozent. Danach sei es intern kaum noch um Inhalte gegangen, sondern um Mehrheiten und Koalitionsrechnereien. Alles habe sich der Frage untergeordnet, wie man die AfD verhindert. Versprechen wie Frieden, soziale Sicherheit und die Aufarbeitung der Corona-Zeit seien dabei verwässert worden.

Sein Urteil fällt knallhart aus: Im Interview wirft er dem BSW vor, sich in Thüringen im Eiltempo verkauft zu haben. Die Regierungsbeteiligungen in Thüringen und Brandenburg hält er für einen Fehler. Seine Warnungen an Wagenknecht und einige Präsidiumsmitglieder seien ohne Folgen geblieben, schreibt er.

Vorwurf: Aushorchen in der eigenen Partei

Noch schärfer wird Pürner im Interview, wenn es um das Innenleben der Partei geht. Er spricht von systematischem Aushorchen und Ausspähen. Manches erinnere ihn an Strukturen der DDR-Staatspartei SED. Quereinsteiger wie er seien nach seiner Vermutung vor allem dazu da gewesen, das Image der Partei aufzupolieren.

Frühere Vorwürfe Pürners hatte das BSW zurückgewiesen. Co-Chefin Amira Mohamed Ali erklärte nach seinem Austritt, die Partei werde weder autoritär von Wagenknecht geführt noch sei sie ihr entglitten.

Sie wollen wissen, was hinter den Kulissen der Parteien wirklich läuft? Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von Dirk Muchow Klartext!

Dirk Muchow · Herausgeber

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

Alle Beiträge · RSS

Mehr zum Thema

Aus dem Ressort Politik

Alle ansehen →

CDU-Mann Heck wechselt zum BSW

Sa
Rathaus Spandau in Berlin, Sitz der Bezirksverordnetenversammlung

Gauck will Linke regieren lassen

Fr
Altbundespräsident Joachim Gauck spricht bei einer Veranstaltung in Berlin

Krach weicht bei Lanz der Emde-Frage aus

Fr
Steffen Krach, SPD-Landeschef in Berlin, bei einem Pressetermin

Linke Klein führt Berliner Abgeordnetenhaus

Fr
1. Sitzung der 20. Wahlperiode des Abgeordnetenhauses von Berlin – Tobias Schulze (Die Linke) und Elif Eralp (Die Linke) gratulieren zur Wahl zur Präsidentin de

Linke entscheidet über Koalitionsgespräche

Fr
Halle des Dong Xuan Centers in Berlin-Lichtenberg mit Geschäften und Besuchern

Söder schlägt Alarm wegen Eralps Angst

Fr
Markus Söder (Vorsitzender der CSU auf dem CDU Parteitag 2019 am 23. November 2019 in Leipzig.