BSW-AUSSTEIGER
Ex-BSW-Mann Pürner rechnet mit Wagenknecht ab: Partei habe sich in Thüringen verkauft
Europaabgeordneter Friedrich Pürner wirft dem BSW in seinem neuen Buch vor, nach der Thüringen-Wahl die eigenen Versprechen aufgegeben zu haben.

Er kam als Quereinsteiger – jetzt packt er aus! Friedrich Pürner ist Arzt und Europaabgeordneter. Im Februar hat er das BSW verlassen. Jetzt legt er nach: In seinem neuen Buch „Das System Wagenknecht“ geht er mit seiner früheren Partei und deren Gründerin Sahra Wagenknecht hart ins Gericht.
Wendepunkt Thüringen
Nach seiner Darstellung kippte alles nach der Landtagswahl in Thüringen. Das BSW holte dort 15,8 Prozent. Danach sei es intern kaum noch um Inhalte gegangen, sondern um Mehrheiten und Koalitionsrechnereien. Alles habe sich der Frage untergeordnet, wie man die AfD verhindert. Versprechen wie Frieden, soziale Sicherheit und die Aufarbeitung der Corona-Zeit seien dabei verwässert worden.
Sein Urteil fällt knallhart aus: Im Interview wirft er dem BSW vor, sich in Thüringen im Eiltempo verkauft zu haben. Die Regierungsbeteiligungen in Thüringen und Brandenburg hält er für einen Fehler. Seine Warnungen an Wagenknecht und einige Präsidiumsmitglieder seien ohne Folgen geblieben, schreibt er.
Vorwurf: Aushorchen in der eigenen Partei
Noch schärfer wird Pürner im Interview, wenn es um das Innenleben der Partei geht. Er spricht von systematischem Aushorchen und Ausspähen. Manches erinnere ihn an Strukturen der DDR-Staatspartei SED. Quereinsteiger wie er seien nach seiner Vermutung vor allem dazu da gewesen, das Image der Partei aufzupolieren.
Frühere Vorwürfe Pürners hatte das BSW zurückgewiesen. Co-Chefin Amira Mohamed Ali erklärte nach seinem Austritt, die Partei werde weder autoritär von Wagenknecht geführt noch sei sie ihr entglitten.
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Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.






