DROHNEN-FABRIK

Bis zu 12.000 Nordkoreaner sollen in Russland Kampfdrohnen bauen

Für 2,50 Dollar die Stunde sollen bis zu 12.000 Nordkoreaner in Tatarstan Drohnen montieren, und Forscher erkennen darin Züge von Zwangsarbeit.

Dirk Muchow·
Kampfdrohne vom Typ Shahed, wie sie in der russischen Sonderwirtschaftszone Alabuga gebaut wird
Особая экономическая зона «Алабуга», Завод «3M Волга» · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Особая экономическая зона «Алабуга» / Wikimedia Commons, Alabuga 3М Volga 2016.jpg

Für 2,50 US-Dollar pro Stunde sollen bis zu 12.000 Nordkoreaner in Russland Kampfdrohnen zusammenbauen. Der Ort ist die Sonderwirtschaftszone Alabuga im Westen Tatarstans. Dort entstehen Shahed-Drohnen, die in Russland Geran-2 heißen.

Pjöngjang kassiert mit

Den Arbeitern bleibt davon wohl nur ein Bruchteil. Laut einer Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS) und des George W. Bush Institute soll das Regime in Pjöngjang 70 bis 90 Prozent einbehalten. Die Autoren sprechen von schwerer Ausbeutung. Für sie trägt der Einsatz Züge von Zwangsarbeit und Menschenhandel.

Dabei verlangt der UN-Sicherheitsrat seit 2017 in einer Resolution, dass alle Staaten Nordkoreaner, die im Ausland arbeiten, nach Hause schicken. Mit dem, was in Alabuga geschieht, ist das nicht vereinbar.

Harte Schichten für junge Russen

Der Rest der Belegschaft sind vor allem junge Russen. Viele kommen über das Alabuga College, das mit sogenannten Praktika für die Fabrik wirbt. Ihr Verdienst hängt an strengen Produktionszielen. Berichten zufolge dauert eine Schicht bis zu zwölf Stunden. Wer Interna über die Drohnen weitergibt, muss laut CSIS mit hohen Geldstrafen rechnen.

Hilfe aus China und Iran

Russland produziert dabei nicht allein. Teile, die sich zivil wie militärisch nutzen lassen, kommen laut CSIS aus China. Teheran half mit dem Know-how für die Shahed-Fertigung. Ein ukrainisches Fachportal verweist zudem auf Satellitenaufnahmen aus dem September: Darauf sind zusätzliche Hallen für Fertigung und Lager zu erkennen.

Seoul baut die Abwehr aus

Für Nordkorea könnte sich der Einsatz doppelt lohnen. Dan Pinkston, Professor für Internationale Beziehungen an der Troy University, hält es für möglich, dass das Land in Russland Wissen über unbemannte Fluggeräte sammelt. Südkoreas Militär rüstet seine Abwehr gegen eine neue Generation nordkoreanischer Drohnen bereits auf.

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Dirk Muchow · Herausgeber

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

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